Arbeiterinnen, Drohnen und Königinnen

Wer in ein Bienenvolk hinein schaut, wird verschiedene Charaktere erkennen:

  • Arbeitsbienen - die große Masse
  • Drohnen - deutlich weniger, im Winter gar keine
  • eine einzige Königin

Die Königin

Bedeutung:

Die Königin ist zweifellos das wichtigste Wesen im Bienenstock. Wenn sie stirbt oder fehlt, bricht große Unruhe aus. Gelingt es dem Bienenvolk nicht, eine neue Königin heranzuziehen, ist es verloren.

Größe:

Mit 20-25 mm Länge ist die Königin größer und mit 0,23 g doppelt so schwer als die anderen Bienen. Sie hat einen langen, schlanken Hinterleib.

Lebensdauer:

Eine Königin lebt etwa 3 Jahre.

Aufgabe:

Als einziges fortpflanzungsfähiges Weibchen im Volk legt sie bei gutem, warmem Wetter ununterbrochen Stifte (Eier), in der Hochsaison bis zu 2000 Stück pro Tag!

Weitere Aufgabe:

Sie verbreitet die Königinnen-Pheromone (Duftstoffe) im Volk und signalisiert so, dass im Volk alles stimmt!

Vorbereitung auf ihr Amt:

Beim Hochzeitsflug paart sich die Königin mit bis zu 30 Drohnen im Flug, danach kehrt sie in ihr Volk zurück und beginnt bald mit dem "Stiften" - sie legt befruchtete Stifte (Eier).

Entwicklung:

Eine Königin entsteht wie andere Bienen aus einem befruchteten Ei der Königin (Mutter). Nach 3 Tagen im Eistadium schlüpft eine kleine Made, die nun sofort von den Ammenbienen mit Spezialnahrung aufgepäppelt wird: mit Gelée Royal, dem besonders nährstoffreichen Königinnenfuttersaft. Nach 5 weiteren Tagen im Maden- und Larvenstadium verpuppt sich die Larve und erhält einen besonders großen Kokon aus Wachs, der ihrer Größe gerecht wird. Der Kokon wird geschlossen. In weiteren 8 Tagen verändert sich die Gestalt total und es kriecht eine voll ausgebildete Königin aus der Zelle.

Drohnen

Die Drohnen sind gut zu erkennen: etwas dicklich und plump mit großen Augen. Sie haben nur eine einzige Aufgabe in ihrem kurzen Leben: die Begattung einer Jungkönigin. Dazu fliegen die Drohnen weit umher, kehren auch bei anderen Völkern ein und lassen sich dort gut ernähren. Treffpunkt ist bei gutem Wetter ein "Drohnensammelplatz" hoch in der Luft, den auch die Jungköniginnen ansteuern. Zu guten Zeiten leben in einem Volk bis zu 1.000 Drohen und 50.000 Bienen. Sobald die Sommertracht zu Ende geht, gibt es i.d.R. keine Jungköniginnen mehr, nun werden auch die Drohnen nicht mehr gebraucht. Deshalb werden sie aus dem Bienenstock vertrieben und müssen verhungern. Eine Drohne (die männliche Biene) entsteht aus einem unbefruchteten Ei (haploider Chromosomensatz) der Königin, sie hat deshalb genau die gleichen Erbanlagen wie die Mutter. Es gilt der Satz: Von den Erbanlagen her hat die Drohne nur eine Mutter, keinen Vater, wohl aber einen Großvater. Bei der Bienenzucht spielen die Drohnen natürlich eine wichtige Rolle. Ihre Befruchtungsaufgabe darf nicht dem Zufall überlassen werden. Für die Gesamtentwicklung vom Ei bis zum Schlüpfen braucht der Drohn (bei normaler Ernährung) 24 Tage!