Bienen sind die besten und wichtigsten Bestäuber!

Blütenpflanzen und Bienen haben sich seit 100 Mio Jahren gemeinsam entwickelt (Co-Evolution). Sie sind aufeinander angewiesen - gegenseitig! Der Deutsche Imkerbund bringt es auf den Punkt:
  • Rund 80% der 2.000 - 3.000 heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Honigbienen als Bestäuber angewiesen.
  • Der volkswirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung übersteigt den Wert der Honigproduktion um das 10- bis 15-fache. Dies sind rund 2 Milliarden Euro jährlich in Deutschland.
  • Damit nimmt die Honigbiene den 3. Platz der wichtigsten Nutztiere hinter Rind und Schwein ein.
  • Auch Obst und Gemüse profitieren deutlich, denn Erträge und Qualitätsmerkmale wie Gewicht, Gestalt, Zucker-Säure-Gehalt, Keimkraft, Fruchtbarkeit und Lagerfähigkeit werden deutlich gesteigert.
Wenn also auch wir Menschen in diese Nahrungskette eingebunden sind, gilt der Satz, der Albert Einstein zugeschrieben wird:

Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben."

Auch uns Menschen war und ist die Biene ein Vorbild, was ihre Organisation im Bienenstaat angeht! Die Königin wurde lange Zeit als das Vorbild der ordnenden Regentin angesehen, die im Sommer über bis zu 50.000 Arbeitsbienen herrscht und sozusagen ein Königreich im Kleinen bildet. Dieses Bild hat sich gewandelt. Wir kennen die differenzierte Arbeitsteilung der Bienen im Stock mit Fütterung der Jungbienen, Wabenbau, Hygienemaßnahmen (auch mit dem wirksamen Propolis), Wärmeregulierung, Honigeinlagerung und Abwehr von Feinden.

Hier greifen viele Rädchen ganz selbstverständlich ineinander - ohne Zank und Streit. Nicht zu vergessen ist die große Leistung der Flugbienen, die im späteren Alter nach dem Stockdienst den Nektar, die Pollen, das Propolis und bei Bedarf auch noch Wasser in den heimischen Stock tragen! Ihnen allen freilich immer voran die Königin, die in der Hauptbrutzeit über 1000 Stifte (Eier) pro Tag legt und so den Fortbestand des Volkes sichert. Gleichzeitig verströmt sie ihren Duft, die feinen Pheromone, um so den Arbeitsbienen Orientierung zu geben.

Es gibt viele Beispiele über die Intelligenz der Bienen zu berichten, die die Bienenforscher in Jahrzehnten und schon Jahrhunderten heraus gefunden haben: der Bienentanz, die Orientierung im Gelände, die Farbwahrnehmung. Interessant ist auch ihre Verteidigungsstrategie gegen die Hornissen, die gerne Bienen fangen und ausfressen wollen: Wenn eine Hornisse vor dem Stock auf Bienenjagd geht, stellen sich die Stockwächterbienen als kleine Gruppe auf und warten die Landung der Hornisse ab. Dann stürzt sich die ganze Gruppe auf den Feind und bildet ein undurchdringliches Knäuel um die Hornisse. Im Innern des Knäuels kann sich die Hornisse nicht bewegen und ist nun der geballten Wärme des Knäuels ausgesetzt. Die Temperatur steigt über 45 Grad und bringt der Hornisse so den Tod. - Mit dem Wärmen kennen sich die Bienen aus, an kalten Tagen müssen sie ihre Brut warm halten und im Winter heizen sie die Wintertraube..