Bienen

Die Schwarmstimmung steigt im April und spätestens im Mai beginnen Bienenvölker damit, Schwarmzellen heranzuziehen. Die Frühtracht mit Obstblüte und Raps, Löwenzahn und anderen Wiesenblühern ist allerorts noch reichlich vorhanden und signalisiert den Bienen reiche Nektarerträge. Somit wachsen die Völker stark. Mitte Mai, Anfang Juni ist es dann meist geschehen, die Bienenmasse hat stark zugenommen, der erste Honigraum wurde gefüllt, die Bienen haben beschlossen die alte Königin nicht mehr mit Gelee Royal zu füttern, weil eine neue Prinzessin bald schlüpfen wird. Kurz darauf ist es geschehen, die alte Königin ist mit den meisten Flugbienen abgeschwärmt. Anders als in Anlehnung an das kalendarische Jahr definieren Imker den Beginn des Bienenjahrs mit dem natürlichen Ausschwärmen eines Bienenvolkes und der Einquartierung des Schwarms in einer neuen Bienenbehausung.

Imker:

Bereits jetzt ist der Imker gefordert, Maßnahmen zu ergreifen, dass die schadbringende Varroamilbe dem Schwarm bzw. dem sich nun bildenden Volk nicht gefährlich werden kann. Eine erste Sprühbehandlung mit Milchsäure (o.a.) befreit die Bienen von den Plagegeistern. Die Bienen beginnen das neue Wabenwerk zu errichten und die Königin Eier zu legen. Ein neues Volk ist überlebensfähig entstanden.

Nun ist der Imker gefordert, bei abnehmender Tracht im Juni und Juli dafür zu sorgen, daß sich das Jungvolk gut entwickeln kann. Das natürliche Trachtangebot geht seit vielen Jahren stetig zurück, im Sommer blühen nur noch wenig Blumen in der freien Natur. Den Nektar, den die Flugbienen zu dieser Zeit noch finden reicht oft nicht mehr aus, dass ein Bienenvolk wachsen und gedeihen kann. Der Imker muss Jungvölker direkt gezielt zufüttern.

Bienen:

Nur mit genug offenem Futter kann ein Bienenvolk wachsen. Bis Anfang August sind bereits viele Jungbienen geschlüpft und auch die Varroamilbe, die wir Imker leider noch nicht quantitativ bekämpfen können, hat sich wieder vermehrt. Die Sommerbienen müssen viel arbeiten, Nektar und Pollen sammeln, der für die Aufzucht der Jungbienen notwendig ist. Und auch Pollenvorräte gilt es wieder anzulegen.

Imker:

Zusammen mit der Sommerbehandlung der Wirtschaftsvölker müssen nun bereits Jungvölker mit Ameisensäure behandelt werden, um die Reinvasionsmöglichkeit der Varroamilben gering zu halten. Jungvölker sind zudem stärker von der Räuberei betroffen, somit heist es jetzt die Jungvölker nicht nur von den Milben, sondern auch von "hungernden" Artgenossen zu schützen.

Nach der Sommerbehandlung heist es, die Bienenvölker winterfest einzufüttern. 15-20 Kilogramm Zucker (oder 20-25 Liter Zuckerlösung) muß nun jedem Volk bereitgestellt werden, damit genug Futter bis zum Frühjahr in den Beuten vorhanden ist. Nachfüttern im Winter ist kaum möglich.

Bienen:

Die Winterfuttereinlagerung bedeutet für die Sommerbienen - obwohl das Futter mundgerecht innerhalb des Bienenkastens angeboten wird - noch einmal eine Höchstleistung zu erbringen, wird doch das wasserreiche Ersatzfutter enzymatisch gespalten, mit Speichel vermischt haltbargemacht und eingedickt, eben wie normaler Nektar auch zu Honig umgewandelt werden muss.

Imker:

Die Fütterung muss bis 15.September abgeschlossen sein. In einem zweizargigen Volk (ein Bienenvolk, das nun auf zwei Zanderzargen sitzt) wird soweit eingefüttert, dass 8 Rähmchen der obere Zarge voll mit Futter ist. Wird das Jungvolk nur in einer Zarge eingewintert, müssen bis September 6 Rähmchen voll mit Futter sein und im Oktober muss nochmals nachgefüttert werden, um freiwerdende Brutzellen mit Futter zu füllen. Die einzargige Einwinterung kann in kalten Wintern ein Risiko sein, die zweizargige Einwinterung spart dem Imker unnötigen Stress.

Bienen:

Der Herbst ist die Zeit der Ruhe und die Geburtsstunde der Winterbienen, die nach August/September schlüpfen werden. Die Winterbienen sind keine Arbeitsbienen wie die Sommerbienen. Sie leben dadurch deutlich länger und möchten gerne bis ins Frühjahr hinein am Leben bleiben.

Imker:

Nach den ersten Nachtfrösten hört die Königin auf, Eier zu legen. Drei Wochen später ist die letzte Brut ausgelaufen, so der Idealzustand. Dies ist der Zeitpunkt für den Imker Mitte Dezember die letzte Varroabehandlung mit Oxalsäurelösung durchzuführen, um eine nahezu vollständige Restentmilbung zu erzielen. Bis zum Frühjahr hin bleibt dies nun die letzte Aktion des Imkers, der gut eingefüttert und alles getan hat, daß das Bienenvolk das Frühjahr erleben darf. Gelegentlich führt der Imker eine Futterkontrolle durch und prüft, ob das Bienenvolk noch Kontakt zu Futterwaben hat. Ganz leere Futterwaben können frühzeitig entnommen werden.

Bienen:

Die ersten warmen Sonnenstrahlen - die letzten Jahre meist an "Heilig Abend" führen zu heftigem Flugbetrieb bei den Bienen. Hier müssen alle "mal kurz vor die Tür, austreten", denn Bienen können nur "im Fliegen".

Imker:

Flugbetrieb heißt, daß ohne Auswirkung die Frühjahrsnachschau begonnen werden kann. Die Bienen sind beweglich genug, dass nun Waben gezogen und der Futtersitz gerichtet werden kann. Auch kann der Totenfall entfernt werden und ein erster "Gesundheitscheck" vorgenommen werden. Das bringt dem Imker wieder die notwendige Ruhe und Gewissheit. Nun dürfen die Frühblüher anfangen, erste Pollenerträge zu sichern, die Salweiden blühen, der Frühling beginnt.

Bienen:

Im Frühling erwacht das Bienenvolk, die Legeleistung der Königin nimmt in Abhängigkeit der Nektar- und Pollenversorgung der Bienen zu. Die Königin wird besser und besser gefüttert und findet mehr freie, geputzte Brutzellen. Somit werden Sommerbienen herangezogen, die hoffentlich bis zur anstehenden Kirschblüte eine ausreichende Flugbienenzahl erreicht, um hier dem Imker den Lohn für seine Mühe und seine Aufwände halbwegs zurückzuzahlen. Ein voller Frühlingshonighonigraum, der Lohn für die Arbeit des Imkers.