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Was tun mit einem Bienenschwarm?

Zunächst:

Trotz aller Vorsicht und Schwarmverhinderungsmaßnahmen gelingt es in jedem Jahr etwa 10% der Völker, zu schwärmen (Dazu gibt es imkerliche Betriebsweisen, die das Schwärmen als natürliche Vermehrung einplanen). Es sind also im Mai und Juni immer wieder Bienenschwärme unterwegs. Wenn man dieses gewaltige Schauspiel an der Beute nicht beobachtet hat, findet der Imker (oder die Nachbarn) die niedergelassenen Bienen in einer großen Schwarmtraube meist an einem Ast auf einem Baum hängend. Wenn der Schwarm vom Boden aus oder mit einer Leiter sicher zu erreichen ist, kann man ihn einfangen. Ist die Unfallgefahr zu groß, lässt man den Schwarm weiter ziehen.

Das Einfangen:

Der Schwarm ist mit sich selbst beschäftigt. Trotzdem wird Schutzkleidung empfohlen. Die Schwarmtraube wird mit klarem Wasser bestäubt, damit die außen sitzenden Bienen nicht so schnell auffliegen können. Der Imker hält einen großen Eimer oder einen speziellen Kasten unter die Schwarmtraube und schlägt (oder besser: ein Helfer schlägt) mit einem schweren Holzteil von oben gegen den Ast. Notfalls kann die Traube auch mit einem Besen in den Behälter gefegt werden. Der Behälter wird in den Schatten gestellt und mit einem Absperrgitter abgedeckt. Dadurch können weitere Bienen in den Behälter krabbeln, die Königin aber kann diesen nicht mehr verlassen. Wenn es nicht gelungen ist, die Königin einzufangen, werden in Bälde auch alle anderen Bienen davon fliegen und sich bei der Königin einfinden. Eine neue Traube bildet sich. Der Imker kann einen zweiten Versuch starten, den Schwarm einzufangen.

Die neue Heimat:

Möglichst umgehend wird der Schwarm in eine neue Beute eingeschlagen, die mit Mittelwandrähmchen und einer Futterwabe angefüllt ist. Das Flugloch bleibt noch geschlossen. Zur Beruhigung kann das Schwarmvolk für eine Nacht an einem kühlen Ort stehen. Am 2. Tag wird die neue Beute an den endgültigen Standort gebracht - falls möglich vom alten Ort 2-3 km entfernt. Jetzt kann mit einer feinen Blumenspritze und Milchsäure (oder Oxalsäure) gegen die Varroamilbe behandelt werden. Das Flugloch öffnen, aber noch klein halten. Die Bienen beginnen unverzüglich mit dem Ausbau der Waben, in wenigen Tagen legt die Königin ihre Stifte und nach 19 Tagen schlüpfen die ersten Jungbienen. Wenn eine gute Tracht besteht, muss nicht gefüttert werden, bei Engpässen schon, um eine Hungersituation zu verhindern. Ab Spätsommer wird der ehemalige Schwarm mit den anderen Ablegern gleich behandelt: Varroa-Behandlung, Winterfütterung. Er kann auf einer Zarge überwintern - oder auf zwei, wenn er sich sehr gut entwickelt hat. Honig kann man im nächsten Jahr erwarten.