Die Bedeutung der Honigbiene für die Natur und insbesondere für den Menschen billigt ihr auch eine rechtliche Sonderstellung zu. Die ersten uns bekannten schriftlichen Festlegungen finden sich im römischen Recht 534 n.Chr. (Codex Iustinianus) und diese ziehen sich bis in das heutige Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) durch. Ging es dabei vor allem um die Besitzrechte an einem ausgeflogenen Bienenschwarm, so wurden im frühen Mittelalter nach den Salischen Gesetzen (Lex Salica) die Strafen für den Diebstahl von Honig und Bienen festgelegt. Die Wald-Zeidlerei wurde in Bayern bereits 748 n. Chr. gesetzlich geregelt. Zeidler erhielten sogar die Erlaubnis, Waffen zu tragen!

Ein Bienenschwarm ist unterwegs

Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt heute:
  • Bienen sind wilde Tiere, sie leben frei und gehören insofern niemandem. Sobald ein kompletter Bienenschwarm aus seinem Stock ausfliegt, ist er herrenlos und kann von jedermann eingefangen und so in Besitz genommen werden. Wenn allerdings der bisherige Besitzer dem Schwarm unverzüglich nachgeht und ihn einfängt, bleibt er in seinem Eigentum (BGB § 969 f.).
  • Bei der Verfolgung seines Schwarms darf der Eigentümer sogar fremde Grundstücke betreten. Gibt er die Verfolgung auf, ist der Schwarm also herrenlos.
  • Wenn der Schwarm aber in einen fremden, schon bewohnten Stock einzieht, so gehört er jetzt dem Besitzer des fremden Bienenstocks. Der bisherige Eigentümer hat sein Recht an diesem Schwarm verloren (BGB § 984).

Haftung des Imkers für seine Bienen

Obwohl die Bienen als wilde Tiere eingestuft werden, haftet der Imker im Rahmen der Gefährdungshaftung, wenn also durch seine Tierhaltung Menschen oder fremdes Eigentum durch die Bienen in Gefahr kommen (BGB §833). Umso wichtiger ist es deshalb auch, dass der Imker durch eine entsprechende Haftpflichtversicherung gegen solche Schadensereignisse abgesichert ist. Die Mitgliedschaft in einem Imkerverein und dessen Landesverband schließt i.d.R. eine solche Versicherung ein.

Gut zu wissen: Weitere Informationen über die Imker-Global-Versicherung: http://www.imkerversicherungen.de/

Ob ein Imker auf einem Grundstück Bienen halten darf, hängt davon ab, wie sehr die Nachbarn dadurch beeinträchtigt werden und ob die Tierhaltung in dem Gebiet üblich ist. Normalerweise ist auch in aufgelockerten Wohngebieten das Halten von 2-3 Bienenvölkern erlaubt. Neuerdings werden ja sogar Bienenvölker in der Stadt propagiert. Zu empfehlen ist natürlich immer, sich vor dem Aufstellen der Völker mit den Nachbarn abzusprechen.
Wenn der Imker im Außenbereich einen Imkerstand bauen will, muss diese Maßnahme von der Gemeinde und dem betreffenden Landkreis genehmigt sein.
Meldung Heilbronn
Meldung Öhringen
Neckar-Odenwald

Verantwortung des Imkers für die Gesundheit seiner Bienen

Es ist für den verantwortungsbewussten Imker ja selbstverständlich und in seinem eigenen Interesse, dass er die Ausbreitung von Krankheiten und Parasiten in seinen Völkern so weit er es kann verhindert! Weil von kranken Völkern aber eine große Seuchengefahr für andere Bestände ausgehen kann, die zu großen wirtschaftlichen Verlusten führen kann, ist es auch Aufgabe der Staatlichen Veterinärämter, im Schadensfall sofort einzugreifen. Dazu ist es notwendig, dass alle Bienenbestände der jeweiligen Region bekannt sind! Daraus ergibt sich für den Imker:
  • die Pflicht, den Beginn der Bienenhaltung dem zuständigen Veterinäramt (bei der Stadt oder dem Landkreis) anzumelden.
  • Bienenseuchen in seinem Bestand unverzüglich dort anzuzeigen, damit entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können und die Seuche sich nicht weiter ausbreiten kann.
  • Beim Wandern mit seinen Völkern an andere Orte vorher vom Bienensachverständigen eine Gesundheitsuntersuchung der Bienenvölker machen zu lassen und die positive Bescheinigung an den Beuten sichtbar anzubringen und/oder der dort zuständigen Behörde vorzulegen.
Dies betrifft insbesondere folgende Krankheiten und Parasiten:
  • die Amerikanische Faulbrut
  • den Kleinen Beutenkäfer
Besondere Sorgfalt ist der Bekämpfung verschiedener Milben wie Acarapidose, Varroose (früher: Varroatose) und Tropilaelapsose zu widmen! Hier können die Bienensachverständigen beraten. Jeder Imker und jede Imkerin ist aber gut beraten, wenn er/sie selbst in kurzen Abständen Schulungen zur Gesunderhaltung der Bienen besucht!

Gut zu wissen: Informationsblätter zu den folgenden Themen - Bienenseuchen-Verordnung - Verfahrensablauf bei Bienenschäden - Varroose-Bekämpfungskonzept Baden-Württemberg 2013 erhalten sie auf folgender Seite des Landesverbandes Württembergischer Imker: http://www.lvwi.de/bienengesundheit.html
Gut zu wissen: Das Antragsformular zur Anmeldung, wenn sie Bienen halten wollen, finden sie mit diesem Link: Tierhalterantrag mit Anlage B - Bienen nach § 1 a Bienenseuchenverordnung http://www.landkreis-heilbronn.de/sixcms/media.php/103/Registrierung_Tierhalter_v2009.pdf
Gut zu wissen: Die Tierseuchenkasse unterstützt die Imker bei der Schädlingsbekämpfung auch finanziell!
Gut zu wissen: Aktueller Bienen-Seuchenstandsbericht Sie möchten sich informieren, wo z.Zt. Sperrbezirke wegen des Ausbruchs der Amerikanischen (Bösartige) Faulbrut eingerichtet sind - ob wo sich Imker deshalb fern halten sollen: Lesen sie die Hinweise in der BIENENPFLEGE oder informieren Sie sich beim Staatlichen Tierärztlichen Untersuchungsamt Aulendorf und beim Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg.

Das Wandern ist des Imkers Lust (und manchmal auch Last)

Wenn die Tracht der Bienen (die Nahrungsquelle) versiegt, weil die betreffenden Pflanzen weitgehend verblüht sind und es keine andere Tracht gibt, droht den Bienen eine Hungersnot. Wenn der Imker nicht mit Honig oder Zucker zufüttern will, muss er den Standort der Bienen verändern und mit ihnen in eine Gegend wandern, wo eine Tracht besteht. Natürlich hat auch der Imker dabei auch einen Vorteil: Er kann von seinen Völkern mehr Honig ernten. Da im Weinsberger Tal meistens die Frühjahrs- und die Sommertracht gewährleistet ist, wandert der Imker, um besondere Honigsorten zu ernten. Beliebte Wanderziele sind deshalb
  • Rapsfelder
  • Löwenzahnwiesen
  • Streuobstwiesen (wo nicht gespritzt wird)
  • Akazienwälder
  • Lindenalleen
  • Edelkastanienwälder (Maronen)
  • Waldgebiete für den Waldhonig
  • Weißtannenschläge für den Tannenhonig
  • Heideflächen für den Heidehonig
Das Wandern mit den Bienen bringt einige Arbeit mit sich. Wichtig ist es dabei, einige rechtliche Aspekte zu beachten, ohne die eine Verlegung der Bienenstöcke nicht erlaubt ist:
  • Erlaubnis des Eigentümers oder Verwalters des Grundstücks (Wiese, Wald), auf dem die Bienenstöcke aufgestellt werden sollen. In der Regel wird diese Erlaubnis gerne gegeben (auch von den Förstern) - besonders, wenn ein kleines Honiggeschenk winkt!
  • Eine aktuelle Gesundheitsbescheinigung, die bestätigt, dass die Bienenvölker seuchenfrei sind. Eine Bescheinigung muss in jedem Jahr neu eingeholt werden. Diese Bescheinigung wird sichtbar an einer Beute befestigt (wasserfest in Folie eingepackt) und/oder wird dem zuständigen Veterinär übersandt (meist genügt dies per Fax).
  • Gleichfalls an einer Beute muss die Adresse des Imkers mit Telefonnummer sichtbar angebracht sein. Damit hat er gleichzeitig die Gewähr, dass er bei auftretenden Problemen sofort benachrichtigt werden kann.
  • Wichtig ist es ebenfalls, dem zuständigen Wanderwart des dortigen Imkervereins telefonisch, per Fax oder Email das Aufwandern zu melden. In der Regel kann dieser - wenn nötig - auch noch aktuelle Informationen und Ratschläge geben.
Wenn Sie dies alles einhalten, die ausgesuchte Tracht gut "honigt" und die Völker stark sind, können sie sich auf volle Honigfässer freuen!

Gut zu wissen: Weitere Anregungen finden Sie auch im Infoblatt des Deutschen Imkerbundes - allerdings von 2001: http://www.deutscherimkerbund.de/userfiles/downloads/satzung_richtlinien/Trachtwanderungen.pdf