Königinnen werden bis zu 3,5 cm, Arbeiterinnen bis zu 2,5 cm und Drohnen bis zu 2,8 cm groß. Die Brust der Hornisse ist rot-braun gefärbt, der Hinterleib ist gelb-braun oder gelb-schwarz gestreift. Mit dieser Färbung warnen sie ihre Feinde. Auch Die größte in Europa lebende Faltwespe ist die Hornisse. Die Hornisse hat die sogenannte Wespentaille.

Hornissen bilden einjährige Staaten und bauen ihre Nester über der Erde, am liebsten in geschützten Höhlen, z.B. in hohlen Bäumen, Dächern, alten Scheunen oder Nistkästen. In einem großen Nest können bis zu 5000 Hornissen leben. Wie alle Wespenstaaten, bestehen auch Hornissenstaaten nur ein Jahr lang. Nur junge, starke und begattete Königinnen überleben den Winter und bilden im nächsten Frühjahr einen neuen Staat.

Sobald er wärmer wird, geht die Hornissenkönigin auf die Suche nach einem geeigneten Platz und beginnt dann mit dem Bau des neuen Nestes. Aus zerkautem Holz baut sie die erste Wabe mit einer Schutzhülle. Dort hinein legt sie befruchtete Eier, aus denen Larven schlüpfen, welche sie bis zur Verpuppung selbst füttert. Die geschlüpften Arbeiterinnen übernehmen die Aufgaben der Königin, sodass diese sich ganz auf das Eierlegen konzentrieren kann. Sie sammeln Nahrung, füttern die Larven und pflegen und vergrößern das Nest. Hornissenstaaten können auch umziehen, wenn der Raum, in dem sich das Nest befindet (zum Beispiel ein Nistkasten), zu klein wird.

Ein Hornissenvolk besteht in der Regel aus 400 - 700 Tieren. Im Herbst schlüpfen junge Königinnen und Drohnen. Die Drohnen entstehen aus unbefruchteten Eiern. Sie kämpfen miteinander, um die Königin zu befruchten. Nur die begatteten Königinnen suchen sich einen geschützten Platz, um zu überwintern. Der Rest des Hornissenstaates stirbt beim ersten Nachtfrost. Das Nest ist leer und wird im nächsten Jahr nicht mehr besiedelt.

Die Larven werden mit einem Brei aus erbeuteten Insekten (z.B. Raupen, Käfer, Fliegen, Bienen, Libellen, Heuschrecken, etc.) ernährt. Ein großer Staat kann am Tag bis zu 500 g Insekten fangen. Erwachsene Hornissen ernähren sich von Pflanzensäften, die sie durch Nagen an jungen Ästen oder an Baumwunden aufnehmen. Im Spätsommer saugen sie auch an Fallobst. Wenn es um die Verteidigung ihres Nestes geht, kann die Hornisse äußerst wehrhaft sein. Jagende oder sammelnde Hornissen stechen nur, wenn sie bedrängt oder gequetscht werden, ansonsten versuchen sie, zu fliehen. Hornissen haben kein Interesse an unseren Süßspeisen und kommen - wenn überhaupt - nur an den Kaffeetisch, um die dort räubernden Wespen zu fangen. Die Hornisse ist ein friedliches Insekt, die Gefährdung für Menschen ist also übertrieben. Das Sprichwort "7 Hornissenstiche töten ein Pferd, 3 einen Menschen" stimmt nicht! Ihr Gift ist vergleichbar mit Bienen und anderen Wespen, es weißt sogar eine geringere Toxizität auf. Da die Hornisse einen längeren und dickeren Stachel hat, verursacht der Stich größere Schmerzen.

Die Hornisse ist in Deutschland durch die Bundesartenschutzverordnung geschützt. Im Vergleich zu früher steht sie heute jedoch nicht mehr auf der roten Liste. Bewohnte Nester dürfen deshalb nicht zerstört werden. Muss ein Nest trotzdem aus berechtigten Gründen (mit Ausnahmegenehmigung) entfernt werden, kann es durch geschulte Fachkräfte (z.B. Imker) umgesiedelt werden. Auskunft erteilt die zuständige Gemeinde- oder Kreisverwaltung. Durch das Bereitstellen spezieller Nistkästen (z.B. der Mündener Hornissenkasten) in siedlungsfernen Naturschutzzonen wird versucht, Hornissen dort anzusiedeln.