Weltweit gibt es über 60 Arten der Echten Wespen, in Europa kommen elf Arten vor. Darunter die Gemeine Wespe, die Deutsche Wespe und die Hornisse. Wespen haben eine gelb-schwarze Tarnfärbung und eine sogenannte Wespentaille. Arbeiterinnen können bis zu 14 cm lang sein, Königinnen bis zu 20 cm. Die Weibchen verfügen über einen Giftstachel, mit dem sie Feinde abwehren können.

Die erwachsenen Wespen fressen hauptsächlich Nektar, Pollen, Pflanzensäfte, tierisches Eiweiß und Insekten. Die Larven werden mit einem Brei aus toten Tieren (Aas oder Beute, die Nahrungsquellen sind unterschiedlich) gefüttert. Es überwintert nur die Königin. Sie sucht sich im Frühjahr einen geeigneten Platz für ein neues Nest und baut dann ihr Volk auf. Dort legt sie ihre Eier ab und füttert zunächst auch die Laven selbst. Nach ca. 6 Wochen ist die erste Generation Arbeiterinnen bereit, der Königin alle Arbeiten abzunehmen.

Ein Wespenstaat kann zu Hochzeiten aus 6.000 - 8.000 Arbeiterinnen bestehen. Aus unbefruchteten Eiern schlüpfen Männchen. Diese existieren nur, um sich mit Königinnen zu paaren, danach sterben sie. Sie paaren sich auch mit fremden Königinnen, so wird Inzucht vermieden.

Die alte Königin stirbt in dieser Zeit und im Wespennest bricht Chaos aus. Die Brutpflege wird nach und nach reduziert und der Staat zerfällt langsam. Die befruchteten Jungköniginnen suchen sich einen geschützten Platz zum Überwintern und bauen im nächsten Frühjahr ihren eigenen Wespenstaat auf. Allerdings überstehen nicht alle Wespenköniginnen den Winter und nur wenige schaffen die kritische erste Phase des Nestbaus. Besonders schlechtes Wetter im Mai oder Juni kann gefährlich werden.

Für das Wespennest wird meistens ein Platz unter der Erde ausgesucht, manchmal jedoch auch in einem Baum oder alten Schuppen. Als Baumaterial wird Holz zerkaut und mit Speichel vermischt und so zu Papier verwandelt. Mit steigender Zahl der Wespen wird das Nest immer größer.

Wespen haben unter den Hautflüglern am ehesten den Ruf, Menschen gegenüber zudringlich zu werden und sich auch über deren Nahrung hermachen. Dies geschieht meistens im Spätsommer, wenn sich die Wespennester auflösen, die Arbeiterinnen sterben und die Königinnen auf Nahrungssuche sind.
Ein Wespenstich kann recht schmerzhaft sein und allergische Reaktionen herbeiführen. Bis Mitte August können bewohnte Nester von Sachkundigen umgesiedelt werden. Danach sind die Nester in der Regel zu groß und es lohnt sich kaum noch. Im Herbst können leere Nester problemlos entfernt werden.