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Die Bienenkiste eine der werbeträchtigsten Erfindungen von Mellifera

Wesensgemäße Imkerei in der Bienenkiste, das war und ist die größte Werbekampagne um die Imkerei wieder Volkstauglich zu machen, die Europa je gesehen hat. Das Bienenkistenprojekt ist ein "Konzept" um mit unverhältnismäßig hohem Aufwand selbst Bienen zu halten, um hinterher etwas Honig zu bekommen. Kein anderes Werbeprojekt demonstriert, wie kompliziert man imkern kann. Trotzdem hat dieses gewaltige Marketingprojekt das Image der deutschen Imker sehr positiv beeinflusst und das Thema Imkern in den gesellschaftspolitischen Mittelpunkt gerückt, dass heute Bienenkisten auf den Berliner Regierungsgebäuden stehen können.

Die Bienen in der Bienenkiste sind schön anzusehen. Wer sich als Neuimker zuerst mit der Bienenkiste und dem damit verbundenen Betriebskonzept auseinandersetzt, meint zurecht, den goldenen Weg der Imkerei gefunden zu haben, wo die Bienenkiste doch von Mellifera als naturgemäß beworben wird. Kein Journalist schreibt ein schlechtes Wort über die Bienenkiste, so wollen wir das auch nicht tun. Wir wollen uns nur kritisch mit einigen Aussagen zur Wesensgemäßen Imkerei auseinandersetzen.

Die extensive Betriebsweise der Mellifera-Beuten basiert eigentlich darauf, das Bienenvolk so wenig wie möglich zu stören. Es soll Stress sein für die Bienen, wenn die Honigräume zur Bearbeitung abgenommen werden müssen. Wir Imker wissen, jede Störung kostet uns mindestens ein Kilo Honig. Um die Bienen in der Bienenkiste "betrachten" zu können, bzw. um an den Bienen zu arbeiten, muss die gesamte Beute auf den Kopf oder hochkant gestellt werden. Rückenschonend ist das nicht. Aber dies ist nicht das einzige Gegenargument gegen die Bienenkiste. Wir Imker wissen, dass unten vor dem Flugloch die Wächterbienen wachen. Diese sind es aber, die der Bienenkistenimker beim Öffnen der Beute zuerst zu Gesicht bekommt.

Wenn sich Imker aus den Imkervereinen mit der Bienenkiste und dem Betriebskonzept der Bienenkiste auseinandersetzen, bekommt die wesensgemäße Bienenhaltung ein ganz anderes Gesicht, als dies der Laie und Bienenliebhaber ohne eine fachgerechte Ausbildung in der Imkerei vermuten lässt. Für Imker ist das Betriebskonzept der Bienenkiste löchrig wie der Honigeimer im letzten Video unten rechts. Einfach ist das Konzept nur auf den ersten Blick. Wie auch die Mellifera Trogbeute ist die Bienenkiste alles andere als eine günstige Anschaffung. Die Werbekampagne schlägt sich in den Preisen nieder. Wer sich nur etwas mehr mit der Imkerei - egal mit welcher Beute und nach welchem Betriebskonzept diese betrieben wird - beschäftigt, wird schnell merken, dass es mit einer Beute nicht getan ist. Auch Hobbyimker benötigen im zweiten Imkerjahr bereits eine zweite oder dritte Beute für den Ableger oder abgegangenen Schwarm.