Imkern nach Pfarrer Emile Warre

Die moderne Imkerei geht in zahlreichen Bereichen und Betriebsweisen auf Erkenntnisse der Mönche zurück. Die Imkerei nach Abbe Warre ist eine alte Volksimkerei, wie sie Mitte und Ende des vorletzten Jahrhunderts allerorts praktiziert wurde. Die Methoden sind traditionell verankert und bewährt. Über hundert Jahre war die Imkerei nach den Prinzipien von Abbe Warre "State of the Art" und auch heute hat diese Betriebsweise seine Anhänger. Wer sich heute Ideologiefrei mit der Betriebsweise von Abbe Warre beschäftigt, findet hierin zahlreiche Ansätze, die durchaus ihre Berechtigung besitzen und eine naturnahe Imkerei ermöglichen, zumal die Biene von Abbe Warre auch die traditionelle heimische dunkle Biene war, die vor der Einschleppung der Carnica in West- Mittel und Nordeuropa heimisch und standortbezogen existierte.

Dagegen sind jedoch zahlreiche Publikationen und Internetprojekte zur Betriebsweise nach Abbe Warre alles andere als Ideologiefrei einzustufen, da heute existierende Krankheiten und Parasiten wie die Varroamilbe nicht konsequent bekämpft und somit eine nachhaltige Bienenhaltung gewährleistet ist. Hauptgegenargument der konventionell arbeitenden Kollegen gegen die Warre-Imkerei entspricht der Umkehr der Proargumente der Warre-Imker. Die Warreimkerei sieht den Naturwabenbau ohne Rähmchen oder Mittelwände als Grundlage an. Der natürliche Wabenbau und der natürliche Schwarmtrieb ist eine Selbstverständlichkeit. Die Beute wird im "Normalbetrieb" nicht geöffnet, der Imker überlässt den Bienen den Bienenstock für ein Jahr und entnimmt lediglich den evtl. vorhandenen vollen Honigraum.

Da jedes Bienenvolk zur Schwarmzeit die natürliche Fortpflanzung nutzt - da keine schwarmverhindernde Massnahmen erlaubt sind - schwärmt jedes Bienenfolk zur Schwarmzeit. Es zieht sozusagen aus der alten Wohnung aus. Vorschwarm, Hauptschwarm und ggf. Nachschwarm werden dann - so der Imker diese Schwärme einfangen kann - in eine neue Beute eingeschlagen und die alte, leere Beute somit geleert und die alten Waben eingeschmolzen. Eigentlich eine verständliche und nachvollziehbar natürliche Methode.

Die moderne Warreimkerei -

Bernhard Heuvel und die Immenfreunde haben in den letzten Jahren viel positive Basis- und Aufklärungsarbeit geleistet, um die Imkerei nach Warre wieder bei den Imkern "gesellschaftsfähig" zu machen. Entscheidend dazu beigetragen hat das eigene Forum der Immenfreunde. Die Beiträge hier zeigen, dass die Grundprinzipien einer zeitgemäßen Imkerei auch bei den Warre-Imkern Grundlage der angepassten Betriebsweise geworden ist, die konventionelle Varroabehandlung mit den bei uns zugelassenen Substanzen auch in der Warre-Imkerei heute zum Standard gehören. Natürlich gibt es unter den Warreimkern Hardliner wie diese auch bei anderen Betriebsweisen anzutreffen sind. Die Masse der Warreimker arbeiten jedoch zeitgemäß modern naturnah.

Die Honiggewinnung in der Warre-Imkerei entspricht der in der traditionellen Korbimkerei oder bei der Bienenkiste. Da keine gedrahteten Rähmen verwendet werden und der Naturwabenbau im Honigraum entsprechend natürlich unregelmäßig erfolgt, kann nur selten Schleuderhonig gewonnen werden. Die Honige sind in der Regel Presshonige, was - mit entsprechender Filterung - kein wirkliches Problem darstellt.