Bienenwaben werden nicht für die Ewigkeit gebaut

Bienen bauen eigentlich Ihr Wabenwerk für die "Ewigkeit". Das Wabenwerk ist stabil und dauerhaft, wären da nicht äußere Einflüsse, welche auf die Waben einwirken. Frisch ausgebaute Waben - unabhängig ob auf einer vorgefertigten Mittelwand oder im Leerrähmchen ausgebaut - sind nahezu weiss bis hellgelb. Mit der Zeit verändert sich die Wachsfarbe zu Dunkelgelb. Dies geschieht, weil dem reinen Wachs, das spröde und brüchig ist, von den Bienen Speichel zugesetzt wird und der Speichel Eiweiße enthält. Wachs gehört zu den Lipiden, also auf deutsch zur "Familie der Fette bzw. Fettalkohole", es enthält Fettsäuren und Ester. Der Honig gehört zur Familie der Zucker. Alle Stoffe (auch Umweltgifte), mit denen unsere Bienen in Berührung kommen, werden in zwei Gruppen eingeteilt: die wasserlöslichen und die fettlöslichen Stoffe. Die wasserlöslichen Stoffe wandern in den Honig, welcher vom Imker "ständig" entnommen wird, wodurch die Konzentration der Fremdstoffe im Honig niedrig bleiben. Alle fettlöslichen Stoffe, mit denen die Bienen in Berührung kommen, gelangen in das Wachs. Im Wachs reichern sich die fettlöslichen Fremdstoffe dann stärker an. Durch die Produktion von Wachs scheidet auch die Biene diese Giftstoffe aus. Wird die Biene nicht dazu angeregt Wachs zu produzieren, weil genug Wabenwerk vorhanden ist, reichern sich die Giftstoffe in der Biene an. Werden die Waben später bebrütet, also Jungbienen in den Waben aufgezogen, verfärben sich das Wachs durch Eiweißablagerungen dunkel. Dies wäre nicht weiter schlimm, denn die Bienen putzen die Waben regelmäßig, doch auch Mikroorganismen können nun das Wabenwerk angreifen.

Beim Ausschlecken der Waben kommt immer mehr Speichel der Bienen auf das Wachs, so daß dieses dann langsam auch für andere Insekten interessant wird. Wachsmotten lieben diese Waben. Ein Brutnest mit derart schwarzen Waben kann nicht mehr als hygienisch bezeichnet werden. Hier würden die Bienen langsam selbständig getrieben durch den Schwarmtrieb ausziehen. Doch immer noch gibt es Imker, welche die Wabenerneuerung nicht konsequent durchführen.

Hier wurde- wie zu sehen ist - keine Wabenerneuerung durchgeführt. Dreijährige Waben sollten in keiner Bienenbeute mehr verwendet werden, idealer wären Einjährige oder Nulljährige Waben. Der obere Brutraum sollte einjährige Brutwaben aufweisen. Der Honigraum, also der Wabenbereich, der zur Honiggewinnung genutzt wird, sollte nur frische einjährige Waben besitzen. In der unteren Zarge können zweijährige Rähmchen vorkommen, doch sind diese hier schon ein gefundenes Fressen für die Wachsmotten. Bienen bekämpfen Wachsmotten nicht, die in die Beute eindringen und ihre Eier in leere Waben ablegen, die Wachsmotten vermehren sich stark und fressen das schmackhafte Bienenwachs.

Wer dann noch auf die Idee kommt, alte Waben in den Wabenschrank zu stellen, um sie später wieder verwenden zu können, muss sich nicht wundern, wenn sich der Inhalt des Wabenschrankes im Frühjahr derart verändert hat. Altwaben gehören sofort nach der Entnahme aus der Beute eingeschmolzen, die Rähmchen gereinigt und mit Ätznatron/Ameisensäure desinfiziert.

Unappetitliche Exkremente, süsslich riechend - eine Freude für den, der diese dann verbrennen darf. Dies sind keine Bilder aus dem Internet sondern stammen von einer aufgegebenen Imkerei aus dem Bezirk, aufgenommen im Jahr 2010 (eigene Bilder). Wachsmotten leisten hier ganze Arbeit.

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