Konsequente jährliche Wabenerneuerung

Damit Bienen Wachs ausschwitzen können, benötigen Sie Futter im Überschuss. Die Frühjahreszeit mit dem reichen Trachtangebot kann dafür genutzt werden, den natürlichen Bautrieb der Bienen auszunutzen. Daher sollte bei großzügiger Erweiterung unserer Bienenvölker der überwiegende Teil der Waben als Mittelwände gegeben werden. Auf die vorgeprägten Waben der Mittelwand bauen die Bienen innerhalb kürzester Zeit ihr Wabenwerk zur Aufnahme von Honig. Bei sehr starken Völkern kann man zudem direkt eine volle Zarge mit Mittelwänden zwischen Brut und Honigraum setzen. Ein paar Mittelwände können auch in den Brutraum seitlich an das Brutnest gegeben werden, dabei wird die meisst leere Randwabe entnommen. Die Königin wird vom Baurahmen wie von einem Magnet angezogen, dabei nutzt sie die frisch ausgebauten Mittelwände auch zur Eiablage. Hierdurch werden auch mehrjährige Königinnen animiert, auf Mittelwände zu stiften. Die großzügige Erweiterung der Bienenvölker in dieser Trachtsituation vermindert so auch den aufkommenden Schwarmtrieb.

Nach der letzten Schleuderung Ende Juli werden alle ausgeschleuderten Waben des Honigraums auf den Brutraum aufgesetzt, diesmal aber ohne Absperrgitter. Am idealsten ist die Wabenpflege durch Zargentausch bei einem zweizargigen Brutraum durchführbar. Die unterste Zarge des Brutraums mit den maximal zweijährigen Brutwaben wird Ende Juli in der Regel ohne Brut sein, da die Königin zu dieser Zeit meisst nur noch in der oberen Brutzarge nahe den Honigvorräten stiftet. Sollte sich noch Brut im Zentrum der unteren Zarge befinden, können einzelne Rähmchen diese Zarge eine Ebene höher gesetzt werden. Dabei werden leere Randwaben bzw. die Positionen des Baurahmens mit Brutwaben aus der unteren Zarge aufgefüllt. Je nach Brutmenge kann diese auch entnommen und wie Drohnenrähmchen behandelt werden. Hier entscheidet der Imker meisst nach Gefühl. Im Zuge des Aufsetzens wird dann der untere Brutraum komplett entfernt.

Eine weitere Methode die Waben im Volk zu erneuern wird während des aufkommenden Schwarmtriebs im Mai bis Juni angewendet. Die Wabenerneuerung ist mit den Maßnahmen durch Schwarmtriebreduzierung kombinierbar. Bei aufkommender Schwarmstimmung werden dem schwarmstimmigen Volk etwa 5 dunkle und bestiftete Waben entnommen und zur Bildung von Sammelbrut- oder Ablegern verwendet. Die verbleibenden alten Waben werden in die Mitte der Zarge geschoben damit sie von der Königin bestiftet werden. Die entnommenen Die entnommenen Waben werden durch Rähmchen mit Mittelwand ersetzt. Das Volk wird diese Mittelwände schnell ausbauen sich hierbei wie ein baufreudiger Schwarm verhalten. Während einer Saison können pro Bienenvolk problemlos 20-20 Mittelwände ausgebaut werden.

Diese Maßnahme der teilweisen Wabenentnahme kann 2 Mal innerhalb eines Bienenjahres erfolgen, so dass bereits bis zur Honigschleuderung eine komplette Zarge im Brutraum mit frischen Waben ausgebaut und erneuert wurde. Durch die Entnahme von verdeckelten Brutwaben wird der Schwarmtrieb reduziert und die Stockbienen haben wieder eine Aufgabe. Die Sammelbrutableger können schon früh nach der Methode Teilen und Behandeln gegen die Varroamilben behandelt werden, da diese Bienen nicht mehr zur Honigproduktion genutzt werden. Alle Massnahmen erlauben so, dass problemlos mit maximal einjährigen Wabenwerk gearbeitet wird. Zudem steigert der Imker so die Wachsproduktion und die Verbesserung des Eigenwachskreislaufes.