Betriebsweisen - was wir tun und was wir nicht tun

Die Bienen sind Wildtiere - obwohl sie der Mensch schon seit tausenden von Jahren in bereitgestellten Behausungen hält und pflegt, lässt sie sich nicht domestizieren und zähmen - Bienen bleiben Wildtiere. Und die einzelne Biene - mit Ausnahme der Königin - lebtim Sommer nur wenige Wochen. Im Herbst und Winter, wenn die Bienen weniger oder garnicht mehr täglich fliegen, erreicht eine Winterbiene auch einmal ein Alter von 4 oder 6 Monaten. In dieser kurzen Lebenszeit gewöhnt sich das Individuum Biene nicht an den Imker. Es entsteht niemals eine enge Tier-Mensch-Beziehung zwischen einer Biene und dem Imker wie dies bei anderen Haustieren der Fall sein kann.

Als Imker müssen wir, um den "Bien" bzw. das Bienenvolk in unseren bereitgestellten Behausungen, die wir Beuten nennen, zu halten, Massnahmen unternehmen, dass sich der Bien in diesen Behausung wohl fühlt und nicht auszieht. Diese Massnahmen und der gesamte Umgang des Imkers mit seinen Bienen nennen wir heute Betriebsweise.

Bedingt durch die Globalisierung und Einschleppung von Bienenschädlingen in unser Ökosystem sind heimische Bienen heute leider auf die Imker angewiesen, um überleben zu können. Von dieser Bedrohung sind auch Wildbienen betroffen. Durch die Einschleppung der Varroamilbe in Deutschland würden Bienen bei uns heute mit Sicherheit innerhalb kurzer Zeit aussterben, wenn Imker nicht regelmäßig massiv die Milben im Bienenvolk bekämpfen würde.

Bienenhalter werden zu Bienenerhaltern

Die Varroabekämpfung, die sonst ohne diese zur Varroatose, einem Hauptgrund des bekannten Bienensterbens führt, beeinflusst und bezeichnet seit etwa 20 Jahren jede bisher bekannte Betriebsweise in der Imkerei. Die biologische Varroabekämpfung mit biologischen Mitteln und Methoden steht bei uns in Deutschland im Vordergrund, um die Qualität der Lebensmittel, die wir durch unsere Bienen ernten können nicht zu beeinflussen.

In Württemberg und Baden gibt es vorwiegend Hobbyimker. Nebenerwerbs- oder Berufsimker bilden die Ausnahme. Ziel jeder Imkerei ist - wenn auch Kleinbetriebe selten Gewinne erwirtschaften können - zumindest der kostendeckende Betrieb, was den Kleinbetrieben mit durchschnittlich 10 Völkern selten gelingt.
Der Erfolg einer Imkerei hängt von vielen Einzelfaktoren ab. Jeder Einzelfaktor hat direkten Einfluss auf diesen Erfolg.

Ziel ist immer eine rentable Imkerei zu betreiben. Die Einzelfaktoren Biene, Betriebsweise, Bienenstand, Wetter, Tracht, Beute und der Kenntnisstand des Imkers selber, beeinflussen eine Rentabilität. Jeder Imker beschreibt seine Betriebsweise anders. Nachfolgend werden wir Ihnen Beispiele unterschiedlicher Betriebsweisen aufzeigen, wobei diese sich heute nicht nur durch die Nutzung unterschiedlicher Bienenbehausungen, sondern vor allem auch in der Art der Bekämpfung der Varroamilben unterscheidet.

Lesen Sie weiter... Unsere heute häufigste Betriebsweise ist die Hohenheimer Betriebsweise....