Bienen sammeln Nektar, um daraus Honig zu produzieren, um den Winter zu überleben

Den Honig, den wir Imker unseren Bienenvölkern entnehmen, müssen wir in Form von Futterlösung ab Juli wieder in die Völker zurückgeben, dass die Bienenvölker noch ausreichend Futterreserven für die trachtlose Herbstzeit und den Winter einlagern können. Es ist ein Tauschgeschäft, viel Futterlösung gegen zum Teil wenig Honig. Dem Bienenvolk darf zu keinem Zeitpunkt aller Honig entnommen werden. Das Bienenvolk benötigt ständig ausreichende offene Futtervorräte zum Wachstum und Überleben. Besonders wichtig ist ein ausreichender Futtervorrat während der Wachstumszeit im Mai und Juni. Kommen Trachtlücken und schlechtes Wetter im Juni auf die Völker zu, behindern diese das notwendige Wachstum und die Aufzucht kräftiger Bienen.
Somit muss der Imker immer genug Honigwaben im Bienenvolk zurücklassen, wenn er Honig entnimmt.

Ab Juli, bei Waldtrachtvölkern etwas später, beginnt die Einfütterung der Bienenvölker. Zwar kann die Läppertracht im Juli und August den Tagesbedarf der Völker noch decken, aber diese bringt bei uns keine ausreichende Nektarversorgung zur Anlage von Wintervorräten.

Die Einfütterung selber ist alles andere als trivial. Es gibt viel zu beachten, angefangen vom "richtigen Futter", dem richtigen Mischungsverhältnisses von Wasser und Trockensubstanz, der Darreichungsform, der geeigneten Einbringung in Futtergefäße, die Sauberkeit der Arbeiten am Bienenstand, der Gefahr von Räuberei.

Zuckerwasser - weit verbreitet, einfach und sicher

Die einfachste Form der Fütterung erfolgt bei Kleinimkern i.d.R. mit Zuckerwasser (Haushaltszucker). Dabei wird Zucker mit handwarmen Wasser je nach Verwendungszweck (siehe Downloadliste) mit Wasser im Verhältnis 1:1 als Futter für Ableger bzw. 3:2 als Winterfutter vermischt. Ganz einfach funktioniert dies mit leeren 5 Liter- Kanistern (ehem. dest. Wasser, Essig, Scheibenreiniger, etc), in die mittels eines Weithalstrichters 3 Kilo Zucker eingefüllt werden. Der Kanister wird mit Wasser gefüllt, verschlossen und kurz geschüttelt und fertig ist das Zuckerwasser in einer handlichen Transporteinheit. Größere Mengen.. mehr Kanister.

Größere Mengen Zuckerwasser werden in großen Eimern oder Fässern mit den Honigrührer angerührt. Es finden sich hierzu zahlreiche Tipps und Anleitungen im Netz, die wir hier nicht wiederholen möchten.

Futtersirup - einfach, handlich, verkeimungssicher

Beim Flüssigfertigfutter streiten sich die Geister. Seit langer Zeit wird Sirup auf Basis von Saccharose angeboten, der sehr sicher und gut Bienenverträglich ist, aber einen höheren Preis als die Haushaltszuckerlösungen hat und daher die Einsatzmengen immer weiter rückläufig sind. Seit 15 Jahren sind dafür vermehrt Siruplösungen im Handel erhältlich, die auf Stärkebasis hergestellt werden. Die Zusammensetzung der Futtersirupe unterscheidet sich zum Teil erheblich, jedoch ist bei den meisten Fertigfuttermischungen auf Stärkebasis ein hoher Maltosegehalt (Malzzucker) vorhanden oder aber ein zu hoher Glucosegehalt im Futter zu finden.

Was bei der Auswahl des optimalen Bienenfutters für den Imker wichtig ist, ist eine genaue Futteranalyse seitens des Herstellers und ein Nachweis der Herkunft des Grundmaterials. Unsere Linkliste zu Anbietern zeigt Ihnen, zu welchem Produkt eine Analyse der Zusammensetzung des Futters vorhanden ist. Zudem verlinken wir auch einige kritische Seiten oder Dokumente.