Es wäre halb so schlimm, stirbt nur die Biene - doch es wird einen nächsten geben.

Die Lebensbedingungen für die Bienen haben sich verändert. Früher waren es die Städte, die lebensfeindlich für die Bienen waren, das Land ermöglichte naturnahe Lebensräume. Die Zeit hat sich geändert. Heute bieten die Städte letzte Rückzuggebiete für aussterbende Tier- und Pflanzenarten, das Land verödet und wandelt sich von der Natur- zur Kulturlandschaft und letztere lässt nach Flurbereinigungen und Wechsel abwechslungsreichen Fruchtfolge zum Zweifruchtwechsel (Mais-Weizen-Mais) eben kaum noch Platz für Blühflächen. Selbst die "Eh-Da-Flächen" verschwinden Zunehmens.

Mit Eh-da-Flächen lässt es sich nicht imkern und keinen Artenschutz betreiben

Die Agrarlobby meint, "Eh Da-Flächen" wären ausreichend für die Erhaltung der Artenvielfalt zwischen Agrarwüsten, die keine Blühpflanzen mehr zulassen. Und wenn im Frühjahr noch Rapsfelder zu sehen sind, sind diese die einzige Nahrungsquelle für unsere Bienen. Nachdem diese verblüht sind, fehlen alle Pollenversorger bis zum Maisblüte, welchen nur schlechten Pollen abgeben. Mangelerscheinungen der Bienen vorprogrammiert. Jedes Bienenvolk benötigt in einer Saison 20-40 Kilogramm Pollen als Nahrung, ausgewogen und abwechslungsreich und zwar zwischen März und September. Was der Imker weiß, aber der Laie oft vergisst, ein Bienenvolk benötigt Zuckerquellen als Nahrung. Jedes Bienenvolk benötigt pro Jahr etwa 70-100 Kilogramm Zucker als Nahrung, die 20 Kilo, die der Imker dabei als Honig abzweigt, muss er wieder als Winterfutter zufüttern, da der Honig eigentlich als Wintervorrat eingetragen wird. Die restlichen 9 Monate leben die Bienen von dem, was gerade "hereinkommt" und die "Läppertracht" wird zunehmend weniger.

Blühende Landschaften auf Verkehrsinseln...

und städtischen Parks werden hoffentlich nicht die letzten Blühflächen im Lande werden. Am Ende entscheiden die agrarpolitischen Rahmenbedingungen aus Berlin, Brüssel oder sonstigen Hauptstädten, ob Landwirte auch mit einer Tier- und Pflanzenfreundlichen Agrarpolitik wirtschaftlich überlebensfähig sind oder wir als Verbraucher die Landwirte aufgrund der Preispolitik in den Ruin treiben. Wir als Kunde haben es täglich beim Einkauf in der Hand ob eine Biologische Wirtschaftsweise für unsere Landwirte auch wirtschaftlich die Existenz sichert, denn jeder Landwirt will eine umweltgerechte und biodiversibilitätsfördernde Bewirtschaftung seiner Böden erzielen, da nur diese die langfristige Existenz der Betriebe ermöglicht.

Ob unsere Kulturlandschaften Bienen und anderen Insekten auch künftig das Überleben sichert, können und müssen wir selber bestimmen!

Täglich, bei jedem Einkauf, bei allem, was wir als Verbraucher tun, entscheiden wir, ob wir die Versiegelung weiter Landflächen mit Folien zur Frühgemüseerzeugung wünschen, ob wir Obst nach EU-Norm auf den Teller bekommen und ob das Essen ein Lebensmittel oder nur noch ein Nahrungsmittel ist. Wir entscheiden, ob Landwirte wirtschaftlich und ob auch unsere Bienen überleben.