Das Auftreten von Bienenkrankheiten und eine schlechte Standhygiene liegen eng beieinander. Wie bei jeder anderen Tierhaltung auch ist auch bei der Bienenhaltung die Grundhygiene obligatorisch, um Krankheiten und Seuchen vorzubeugen. Das Gleiche gilt für nicht benötigte leere Beuten. Der Bienenstand ist kein Materiallager. Herumstehendes, nicht genutztes Material zieht Krankheitserreger und Schadinsekten an. Alle nicht am Stand genutzten Gerätschaften müssen zügig abtransportiert und dann zu Hause gründlich gereinigt werden. Sollte ein Volk an einer Faktorenkrankheit (Nosema, Ruhr etc.) erkrankt und ggf. sogar sein verendet sein, wird die Bienenbeute nach der mechanischen Reinigung mindestens mit heißem Seifenwasser abgeschrubbt und danach gut abgespült. Beim Vorkommen einer seuchenhaften, anmeldepflichtigen Erkrankung, wie der amerikanischen Faulbrut sind die gesetzlichen Bekämpfungsmaßnahmen strikt einzuhalten. Falls bei Ihnen eine derartige Krankheit ausbricht, ist die Vertuschung die schlechteste Variante, da in der Regel beim Ausbruch zahlreiche Bienenstände in der Nähe ebenfalls betroffen sind.

Das Hauptübel

Weiterhin gehört zur guten Standhygiene, dass alle Gegenstände, mit denen an oder im Volk gearbeitet wurde (besonders Futtergeschirre) nicht am Stand gelagert werden. Dies gilt besonders auch für einfache Schwimmhilfen (Stroh, Gras, Holzstücke), die oftmals direkt am Stand entsorgt werden. Das größte Übel ist heute aber immer noch die direkte Entsorgung von Drohnenwabenschnitt am Bienenstand oder im nahen Wald oder aber die Verfütterung von Drohnen aus Drohnenrähmchen an Vögel in der Nähe des Bienenstandes. Durch so ein Verhalten kann es leicht zu Räubereien und damit zur Faulbrutübertragung kommen. Dabei werden nicht nur die Varroamilben und evtl. Krankheitserreger weiter verbreitet. Zudem dürfen keine verschimmelte Waben oder Wabenteile in der Natur entsorgt, sondern dem Dampfwachsschmelzer übergeben werden. Die Verwendung der einfachen Sonnenwachsschmelzer ist heute leider nicht mehr zeitgemäß. Die Temperaturen sind zu niedrig um auch eine Desinfektion des Geräts zu erreichen.

Alte Waben - Krankheitsgefahr vorprogrammiert

Man sollte sich zum Ziel machen, im Jahr über 50%-100% der Brutraumwaben durch Mittelwände zu erneuern. Junge Waben haben weniger Krankheitskeime als Alte! Das früher gerne genutzte auslecken lassen der Honigerntegerätschaften und ausgeschleuderten Waben nach der Schleuderung ist auch ein nicht zu unterschätzender Fehler, der zur Verbreitung von Krankheitserregern führt, das immer noch betrieben wird! Bienen sollte keinerlei Honig anderer Völker zugänglich gemacht werden, auch nicht in kleinster Menge.

Grundsätzlich sollte auf dem Bienenstand sehr sauber gearbeitet werden, kein Futter verschüttet werden, kein Futterteig herum liegen lassen. Während im Schleuder- oder Honigraum ein Warmwasseranschluss und entsprechende Grundhygienemaßnahmen Pflicht sind, gilt gleiches eigentlich auch am Bienenstand. Die Möglichkeit zur Reinigung von Händen und Gerät ist eigentlich selbsterklärend. Hände und Stockmeisel sollten gereinigt werden können, bevor man so eine mögliche Erkrankung von einem Volk ins nächste überträgt. Nicht immer sind Imkertipps für faule Imker für eine saubere Imkerei förderlich.