Erst verdrängte die Carnica die heimische Biene, nun ist auch deren Existenz gefährdet

Als der Mensch begann, Bienen als "Haustiere" in Beuten zu domestizieren, begann auch sein Streben nach der Selektion und Zucht von Bienen, die sanftmütig und fleißig sein sollten. Vor Jahrmillionen begann die Apis melifera sich von Afrika nach Norden auszubreiten. Bei dieser Ausbreitung der Bienen über einen sehr langen Zeitraum entwickelten sich Unterarten, die sich an die unterschiedlichen Lebensräume sehr gut anpassten. So existierte bis ca. 1850 nördlich der Alpen ausschließlich die "Dunkle Biene".

Ist die Carnica nicht an unseren Lebensraum angepasst?

Die öffentliche Diskussion, ob die vor 160 Jahren erstmals und vor 90 Jahren intensiv eingeführte Carnica-Bienen aus dem Balkan tatsächlich schlecht an die Umweltbedingungen nördlich der Alpen angepasst ist, kann noch nicht mit fundierten wissenschaftlichen Untersuchungen belegt werden. Auch kann heute, da die heimischen dunklen Bienen nahezu vollständig verdrängt sind, nicht mehr mit fundierten Untersuchen belegt werden, dass die Dunkle Biene besser mit den heute geltenden Umweltbedingungen klarkommt. Die Gegner der Dunklen Biene argumentieren wie die Befürworter der Wiedereinführung der Dunklen Biene , doch ist eine "Neutrale Stimme" nicht auszumachen. Gleiches gilt, wenn man sich Zuchtergebnis oder Zuchtmisserfolg ansieht. Die Reinzüchter führen an, dass die Züchtung der reinen Rasse zur Leistungssteigerung führt, die Gegner der Reinzüchtung behaupten das Gegenteil und führen die Reinzucht oder Inzesszucht als Grund für die Schwächung der Bienenstämme an. Auf jeden Fall ist der Laie überfordert, Argumente richtig einzuordnen.

Toleranzzucht - ein neues Zuchtziel, eine Wortneuschöpfung

Dass die bisherigen Zuchtziele nicht den neuen Umweltbedingungen entsprechen, ist unstrittig. Nicht nur das Klima verändert sich, sondern schneller die Umweltbedingungen und das Trachtangebot und die "neuen Feinde" der Bienen. Diesen Veränderungen wollen Bienenzüchter begegnen, um nicht aus den Geschäfft herauszufallen. Die Varroatolleranz ist dabei das Hauptzuchtziel. Dabei ist die Varroa-Toleranzzucht gar keine Toleranz-Zucht sondern eine Varroa-Intoleranzzucht, denn die Bienen sollen Intolerant zu den Varroamilben werden bzw. sein, ersteres klinkt nur besser. Wenn die Varroatolerante Biene nicht gefunden wird, sorgt wenigstens ein Forschungsprojekt für die Zucht krankheitstoleranter Bienen. Es bleibt also spannend.