Seit dem ersten Deutschen Bienenmonitoring wissen wir Bescheid

In Deutschland ist es seit dem Winter 2002/2003 das Thema schlecht hin, das große Bienensterben. Erstmals traten flächendeckend extreme Winterverluste von über 30% auf. Die Wissenschaft und Imkerverbände reagierte schnell und auch die Chemische Industrie erkannte, daß es gut sei, der Sache auf den Grund zu gehen. So wurde das erste Deutsche Bienenmonitoring Projekt initiiert. Vier Jahre später gab es die ersten Ergebnisse. Klar, die Varroamilbe ist schuld, Pestizidrückstände im Pollen, die schlechte Ernährung der Bienen, Stress oder sonstige Faktoren der Umwelt haben keinen Einfluss! Der Staatsfeind Nummer 1 ist seit dem immer das Argument schlecht hin. Kritische Umweltverbände und Imker wollten das nicht glauben und glauben es auch heute noch nicht. Kritische Imker wurden auch schnell durch neue Publikationen darin bestärkt, dass an den Ergebnissen etwas nicht in Ordnung sein kann. Lag es am Geld?

Fit Bee, das Folgeprojekt - Rehabilitationsmöglichkeit für die Universität Hohenheim?

Ein neues Projekt ist in Hohenheim am Start. "Fit Bee" mal sehen, ob diesmal bessere wissenschaftlichere Arbeit geleistet wird und diesmal Transparenz und Unabhängigkeit im Vordergrund steht. Aber Bienen sterben nicht erst seit 2003 und auch nicht nur in Deutschland.
Seit das Bienensterben in das nähere Interesse gerückt ist wird immer wieder auf frühere Sterbewellen hingewiesen.
  • Zwischen 1905 und 1920 gab es auf einer Britischen Insel eine Epidemie, die 90% der Bienen vernichtete.
  • 1910 gab es ein Massensterben in Australien
  • 1917/1918 gab es ein Massensterben an der Ostküste der USA. Hier wurde erstmals der Einsatz von DDT als Ursache vermutet
  • seit Mitte der 1970 Jahre gibt es in den USA/Mexico ein Bienenphänomen namens "Disapearing Disease". Diese "Krankheit" führte bzw. führt seitdem zu 50% Völkerverlusten. Die Ursache ist unklar. Phänomen ist, dass alle Flugbienen im Bienenstock fehlen, also außerhalb des Stocks gestorben sein müssen, Königin und Brut aber noch vorhanden sind.
  • Der Winter 2006/2007 brachte eine neue schreckliche Schlagzeile hinzu, CCD, Colony Collapse Disorder, rafft eine Million Bienenvölker in den USA dahin. Völkerkollaps, in manchen Gebieten der USA bis zu 75% der Bienenbestände. Heuer (2015) meldet Österreich nahezu 100% Verluste, also das Problem ist bei uns angekommen. Auch wenn man eine gewisse Hysterie beim Thema immer feststellen kann, ist inzwischen wohl jeder davon überzeugt, daß dieses Problem ein weltweites Thema geworden ist.

Für das Bienensterben gibt es mehrere Gründe,

auch wenn einzelne Interessensgruppen das Problem am liebsten auf die Varroamilbe alleine abschieben möchten. Bienen haben die Eiszeit überlebt und sich seit dieser Zeit zahlreichen Veränderungen stellen müssen. Das Problem für die Bienen ist jetzt nur, daß die Veränderungen der letzten 50 Jahre stärker auf die Bienen auswirken als die Veränderungen der 50 Millionen Jahre davor.

Es ist inzwischen bewiesen: Fataler Pflanzenschutz - Jeder Zweifel ist ausgeräumt: Das Massensterben der Bienen in Deutschland wurde durch ein Pflanzenschutzmittel verursacht. Und das erste Deutsche Bienenmonitoring-Projekt wird wieder Lügen gestraft. Wer die Meldungen in der Presse verfolgt, wird zurecht verwirrt sein, das ist wohl auch die Absicht. Niemand aus Industrie, Landwirtschaftsverbänden oder Politik wird das seit Jahren heiss diskutierte Thema klar auf den Punkt bringen, zumal jedes Jahr neue systemische Pestizide auf den Markt drängen und auf unseren Agrarflächen zum Einsatz kommen wollen.