Bevor Sie alternative Verfahren zur Varroabekämpfung anwenden, beachten Sie bitte die in Deutschland zugelassenen Tierarzneimittel zur Bekämpfung der Varroamilbe. Das Merkblatt für Bienenhalter zu den arzneimittelrechtlichen Bestimmungen ist zu beachten und die Vorschriften sind einzuhalten. Ganz besonders wird auf die Sicherheitshinweise, die Sie in der Übersicht von Repro.Mayr finden, hingewiesen sowie auf das gültige Arzneimittelgesetz. Bitte beachten Sie auch die Wartezeiten (falls die Mittel während der Honigproduktion eingesetzt werden).
Dr. Liebig schreibt in seiner Monatsbetrachtung im DBM 02/2015 über die Gründe, warum die 85%ige Ameisensäure nicht zugelassen wurde. Hauptgrund, warum die 85%ige AS nicht mehr zugelassen ist, ist in der öffentlichen Diskussion über Königinnenverluste und in der zum Teil unsachgemäßen Anwendung der Säure zu suchen. Zahlreiche Anwendungsformen haben zu einer Gefährdung des Imkers geführt und zuviele Imker haben öffentlich unsachgemäße Anwendungsformen verbreitet und dabei den Anwederschutz außer Acht gelassen. Deshalb müssen wir Imker heute froh sein, daß wenigstens noch die 60%ige Ameisensäure zugelassen ist. Während für Brennholzerzeuger heute ein Motorsägenführerschein Vorschrift ist, wenden viele Bienenhalter noch starke organische Säuren ohne ausreichenden Selbstschutz an.

Alternative Behandlungsformen

Als Alternative zu den chemischen Varroabekämpfungsmitteln werden seit geraumer Zeit auch mechanische Verfahren erprobt, welche auf der unterschiedlichen Empfindlichkeit der Biene bzw. Varroamilbe auf höhere Temperaturen basiert.

  • Der Varroacontroller: Die Methode der Hyperthermie wurde in den späten 1980-er Jahren entwickelt. 2009 und 2010 wurde unter Einsatz von Geräteprototypen und der Beteiligung von 25 Imkern eigene erfolgreiche Tests durchgeführt. Auf Basis der ?Ergebnisse dieser Tests wurden die Behandlungsparameter optimiert und ein neues Design des Varroa-Controllers entwickelt. Auch http://www.varroahyperthermie.ch finden Sie hierzu weitere Informationen.
  • Die Bienensauna: Ähnlich wie der Varroacontroller funktioniert auch die Bienensauna. Hier wird unter den Bienenkasten ein spezieller Unterkasten geschoben. Weitere Informationen finden sich auch unter www.bee-careful.de.
  • Die Puderzuckermethode: schon relativ alt ist die Puderzuckermethode. Bei dieser wird Puderzucker in den Bienenkasten oder durch ziehen von Rähmchen auch direkt über die Bienen gesiebt. Die Methode ist allerdings "kein Zuckerschlecken für die Bienen" und auch keine Methode, um Varroamilben in der Brut zu erfassen.
Weitere alternative Methoden sind derzeit in Deutschland nicht zugelassen. Zwar können Sie im Internet oder im Bienenfachhandel Geräte kaufen, welche für die Behandlung von Bienen mit Präparaten gedacht sind, die in Deutschland nicht zugelassen sind, aber die Verwendung dieser Geräte am Tier ist nicht zulässig.