Seit 2014 ereilen uns Imker Meldungen, daß der "Kleine Beutenkäfer" in Süditalien aufgetreten ist. Verwunderlich ist dabei, daß es solange gedauert hat. Bereits 1996 hat der Schädling, der ursprünglich südlich der Sahara in Afrika beheimatet ist, schon den Sprung über den Atlantik in die USA geschafft und auch nach Australien ist er schon 2002 ausgewandert. In den USA und Kanada ist er nahezu flächendeckend vorzufinden.

Zwar gibt es derzeit (Frühjahr 2015) noch keine verlässlichen Berichte, dass der Schädling auch bei uns inzwischen angekommen ist, doch wird dies nicht mehr lange dauern. Die Globalisierung und ständige Bienenimporte aus allen denkbaren Ländern wird dazu führen, dass der Schädling auch bald bei uns angekommen ist. Mit dem "Kleinen Beutekäfer" werden wir Imker imkern nochmals neu erlernen müssen. Derzeit sind zwar chemische Behandlungsmittel verfügbar, doch diese haben nur begrenzten Nutzen. Die beste Prävention ist eine regelmäßige Wabenkontrolle und eine sehr gute Wabenhygiene.

Gesunde und starke Bienenvölker kommen mit dem Schädling gut zurecht. Vorgeschädigte und schwache Bienenvölker, durch Krankheiten, Varroa und Umweltgifte vorgeschädigt, sind leichte Beute für den kleinen Beutekäfer. Nicht nur die Wabenhygiene, auch die Beutenhygiene wird in den nächsten Jahren ein entscheidender Faktor bei der Bekämpfung neuer Schädlinge sein. Rissige alte Holzbeuten, unsaubere Böden, schattige und feuchte Bienenstandorte und Imker, welche die Völkerkontrolle (Völkerdurchsicht) nicht regelmäßig durchführen fördern das Auftreten des Schädlings, der zunächst leere unbesetzte Waben im Randbereich befällt und dort seine Eier ablegt.