Der untenstehende Blog ist in umgekehrt chronologischer Reihenfolge erstellt, aktuelle Beiträge stehen oben

Nächster Termin - siehe Terminplan



doch vorab eine kleine Einleitung

Ein Königinnenzuchtkurs dient in erster Linie zur gezielten Völkervermehrung mit ausgewähltem Zuchtmaterial. Hierbei wird z.B. zunächst ein Sammelbrutableger gebildet. Bei dieser Massnahme werden Bestandsvölker geschröpft, was dazu dient, Völker, die in Schwarmstimmung geraten könnten etwas in ihrer Schwarmlust zu dämpfen. Gerade für Anfänger ist ein Königinnenzuchtkurs ideal, um das Verhalten der Bienen genauer zu studieren und Arbeitsweisen zu entwickeln, die einem später die Arbeit am Bienenvolk ungemein erleichtern. Aber auch für langjährig arbeitende Kollegen sind gemeinsame Kurse immer wieder eine Bereicherung. Trotz Erfahrung kennt man nicht alle Arbeitsschritte genau und kann immer wieder etwas dazu lernen.

1. Entnahme von Brutwaben ohne die Königin mitzunehmen

Eine der häufigsten Fehler bei der Ablegerbildung ist, dass die bestehende Königin aus dem Hauptvolk in den Ableger überführt wird und das Hauptvolk so weisellos wird. Dieser Fehler ist z.B. letztes Jahr während dem Anfängerkurs mehrfach gemacht worden. Um dies zu verhindern lernt der Anfänger, die ausgewählten Brutwaben zunächst bienenfrei abzukehren und danach in den Honigraum über Absperrgitter umzuhängen. Im Honigraum über Absperrgitter ist es unwahrscheinlich, daß sich hier die legende Königin aufhält. Am nächsten Tag sind die Brutwaben im Honigraum wieder dicht mit Bienen besetzt und können nun direkt ohne weitere Prüfung entnommen und in einen Sammelbrutableger umgehängt und auch weitere Bienen aus dem Honigraum in den Sammelbrutableger abgekehrt werden. Das selbe Verfahren ist bei der normalen Ablegerbildung anwendbar, egal ob Ableger bei Auftreten von Schwarmzellen (Weiselzellen, nicht Nachschaffungszellen) im Bienenvolk oder ohne Weiselzellen gebildet werden.

2. Verhalten eines Sammelbrutablegers ohne vorhandene Königin

Nach der Bildung des Sammelbrutablegers mit Brutwaben (mit frischer Brut, also auch Eistadien) gerät dieses neue "Volk" in Weiselunruhe. Es ist weisellos, die Bienen erkennen die kritische Situation, dass keine Königin vorhanden ist, die den Fortbestand des Bienenvolks sichert sofort und legen aus frisch schlüpfenden Larven Nachschaffungszellen an. Der Anfänger lernt Nachschaffungszellen von Weiselzellen zu unterscheiden, derart viele unterschiedliche Nachschaffungszellen, wie sie während eines Zuchtkurses mit 12 Sammelbrutablegern auftreten können, sieht der Anfänger bei seinen Völkern hoffentlich künftig nicht mehr. Die Nachschaffungszellen werden einen Tag vor dem Zusatz der Edellarfen gebrochen und ein Rähmchen mit frischer Brut zugehängt (verfahren analog der Weiselprobe). Legt das Volk dagegen keine Nachschaffungszellen an, sieht der Anfänger sofort, wo der Fehler liegt: Eine Königin ist in den Sammelbrutableger geraten, die vormals beschriebenen Tätigkeiten wurden also nicht sorgfältig genug durchgeführt.

3. Zuhängen von Zuchtstoff, Umlarven

Bei diesem Arbeitsschritt lernt der Anfänger das Umlarven. Für künftige Königinnen sucht der Imker aus seinen Völkern die besten Kandidatinnen aus. Dabei selektiert der Imker Zuchtstoff aus ruhigen, schwarmträgen Völkern, die auch eine gute Honigleistung erbringen. Unser Zuchtkurs ist also eher ein Selektionskurs, statt ein Zuchtkurs, denn die Kreuzung mehrerer genetischer Stämme erfolgt erst beim Hochzeitsflug der Prinzessinnen, das Ergebnis kann dann erst nach Eiablage der neuen Königinnen bewertet werden. Eine gezielte Verschmelzung genetischer Stämme wäre nur durch künstliche Besamung der Prinzessinnen möglich, die wir aber nicht durchführen.
Für die Praxis lernt der Anfänger auch, welche Möglichkeiten bestehen, wenn ein Bienenvolk weisellos wird, entstandene Nachschaffungszellen gebrochen, weil sie für Weiselzellen gehalten wurden und ein Volk so ggf. Gefahr läuft, Drohnenbrütig zu werden. Frischer Zuchtstoff kann jederzeit zugesetzt werden, entweder als Weiselprobe oder zur gezielten Prinzessinnenvermehrung. Ein Volk das aus irgend einem Grund die Königin verloren hat, kann so auch gezielt zur Völkervermehrung eingesetzt werden. Für den Imker ist also kein Bienenmaterial zwischen April und Oktober nicht mehr weiter verwendbar.

4. Bildung von Ablegern aus dem Sammelbrutableger

Abschliessend wird der Sammelbrutableger entsprechend der angelegten und geschlüpften Prinzessinnen in Ableger aufgeteilt, die zur Belegstelle überführt werden. Die Ableger sind zunächst also Begattungseinheiten oder Begattungsvölkchen. Wenn die Prinzessinnen nach 5-8 Tagen von Ihrem Hochzeitsflug zurückkehren und mit der Eiablage beginnen, lernt der Anfänger die Brutbewertung und das Zeichnen von Königinnen, aber auch wieder bei ungünstigem Ausgang des Hochzeitsfluges, wie die Ablegerteile dann weiterbehandelt werden.

BLOG: Bildung der Ableger - Umsetzen der geschlüpften Prinzessinnen in Begattungseinheiten - 02.Juni 2017

Die Königinnenzucht bzw. Prizessinnenzucht ist für viele Teilnehmer sehr erfolgreich gelaufen, einige haben mehr als 90% Ausbeute erhalten, also 90% der zugesetzten Larven haben sich zu Prizessinnen entwickelt, die gestern oder heute geschlüpft sind. Aber es gab auch Teilnehmer (z.B. der Autor), dessen Ausbeute bei nur 13% des ursprünglich geplanten Ertrages lag (30 Larven bestellt, nur 10 von der Zuchtstation HN bekommen, weitere 10 zugesetzt, davon 14 die durch die Bienen ursprünglich versorgt und gekäfigt werden konnten, von denen dann aber nur 4 geschlüpft sind). Auch das kann passieren. Das Volk war stark genug, hat sich aber statt auf die Prinzessinnen, auf den Nektareintrag konzentriert und die Brutpflege nicht so wichtig genommen. Zum Glück konnte ich 2 Prinzessinnen noch von anderen Teilnehmern bekommen, sonst hätte ich nun wieder frische Brut den Restbienen zusetzen dürfen. Von den Edellarven aus HN wurde übrigens keine einzige so gut versorgt, dass davon eine schlupfreife Prinzessin entstand. Aber was soll's, gelernt wurde trotzdem viel.
Wie auf den nachfolgenden Bildern und denen in der Bildergalerie zu sehen ist, war der Abend wieder sehr erlebnisreich.

Zunächst wurden die Zuchtrahmen kontrolliert und die geschlüpften Prinzessinnen gezählt. Danach wurde das vorhandene Wabenmaterial entsprechend der geschlüpften Prinzessinnen verteilt, wobei eine Prizessin zunächst noch am Standort verbleiben muss, da in ehem Sammelbrutableger alle auffliegenden Bienen nach Abschluss der Arbeiten zurückkehren werden´, und es flogen viele Bienen :-) Beim Umsetzen wurden die Waben oder besser die ansitzenden Bienen mit Milchsäure gegen die Varroamilbe besprüht, diese Bienen flogen danach nicht mehr auf.
Anschliessend konnten die Prizessinnen zugesetzt werden. Ein Erlebnis ist es, wenn man sehen muss, wie gut frisch geschlüpfte Prinzessinen fliegen können, wenn ihnen ihr neues Pflegevolk nicht gefällt. Grrrr, auch das Zusetzen der Prinzessin will gelernt sein, leider kann man es nicht üben wie das spätere Zeichnen, bei dem Drohnen zunächst als Übungskandidaten verwendet werden. Ideal war dann die Methode: Wabe im Begattungsvolk anheben, Käfig öffnen und mit Prinzessin in den Ksten fallen lassen, Wabe wieder einsetzen um die verfrühte Abflugmöglichkeit zu versperren, Folie drauf, Deckel zu.

Nachdem alle Begattungseinheiten versorgt waren, wurden diese - bis auf den Nachzügler - auf unsere zweite Vereinsbienenwiese umquartiert (über 5 Kilometer Luftlinie entfert) und dort wieder aufgestellt. Hier erfolgt nun in 5-8 Tagen hoffentlich der Begattungsflug, von dem alle Prinzessinnen hoffentlich unbeschadet zurück kehren werden. Den Erfolg oder weitere Misserfolge können somit frühestens in zwei Wochen festgestellt werden, wenn erste frische Brut in den Begattungseinheiten vorhanden ist. Es bleibt also spannend.
Weitere Bilder in der Bildergalerie

Käfigen der künftigen Prinzessinnen - Donnerstag, 25.Mai 2017

Heute wurden - nachdem am letzten Sonntag oder Montag die Anzucht der Prinzessinnen kontrolliert wurde - die angehenden Prinzessinnen gekäfigt. Hierzu wurde der Sammelbrutableger geöffnet, der Zuchtrahmen vorsichtig entnommen, die Trägerleisten leicht zur Seite gedreht und dann der Schutzkäfig über die Prinzessinnenzelle geschoben. Der Schutzkäfig ist nötig, dass die Zelle nicht mit Wachs verbaut wird und die Puppe so keine Luft mehr bekommt.
An einzelnen Zellen ( siehe Bildergalerie ) wurden bereits einzelne Zellen verbaut, die dann mit einer heissen Klinge vom Bauwachs befreit wurden. Die Ausbeute an künftigen Prinzessinnen ist ausreichend, pro Sammelbrutableger werden 9-12 Ableger gebildet, somit würden mehr Königinnen nur bedeuten, diese auf andere Weise versorgen zu müssen. Überzählige Prinzessinnen können in Miniplus oder kleinen Begattungskästen versorgt bzw. für eine spätere Verwendung bei Königinnenverlusten vorgehalten werden, wenn im Vorfeld bereits entsprechende Waben ausgebaut wurden (siehe auch Links zu Miniplus auf der linken Seite).

Wichtig für nächsten Freitag: Es muß pro Prinzessin ein Ablegerkasten / Bienenkasten mit Trenner / Dreierboden / Viererboden oder sonstigen Einheiten mit 2-x möglichen Waben mitgebracht werden (siehe auch Bilder unten). Das Flugloch dieser Einheiten ist während den Arbeiten und dem Standortwechsel verschlossen zu halten, nach Aufstellen der Begattungseinheit an der vorgesehenen "Belegstelle" möglichst klein zu halten. Der Begattungseinheit wird
  • mindestens eine Wabe aus dem Sammelbrutableger mit ansitzenden Bienen
  • mindestens eine halbvolle Futterwabe aus dem Sammelbrutableger oder separate Zufuhr zugehängt (beim Viererboden ist dann die Begattungsausrüstung erreicht)
  • beim Dreier oder Zweier-Bodern eine Leerwabe oder eine Wabe mit Mittelwand zusätzlich
  • beim Zweierboden oder bei einer Standardzarge ggf. noch eine leere Futtertasche zusätzlich
Für die "Belegstelle" werden zur Aufstellung der Begattungseinheiten Paletten oder andere Unterbauten je Kasten benötigt. Jeder versorgt sich selber mit entsprechendem Material. Zudem bitte Steine zum beschweren der Deckel nicht vergessen. Während dem Transport sind die Bienenkästen mit Spanngurten zu sichern
Weitere Bilder sowie diese in mehreren Vergrößerungen in unserer Bildergalerie



Einhängen der Edellarven - Samstag, 20.Mai 2017

Heute wurden die Edellarven in die Sammelbrutableger zugehängt. Hierzu wurden bei der Mutterstation, Wahlkreis 3, Heilbronn 200 Edellarven bestellt. Entgegen der Vereinbarung wurden uns heute nur 76 Larven in den beigestellten Weiselbechern zur Verfügung gestellt, so daß jeder Teilnehmner nur 1/3 der vorgesehenen Larven bekommen konnte.

Ablauf: Zunächst wurde das Rähmchen mit der frischen Brut, das am Donnerstag in die Pflegevölker gehängt wurde, wieder entnommen. Auf diesem wurden - obwohl noch Weiselzellen auf einem anderen Rähmchen vorhanden waren - wiederum Nachschaffungszellen angelegt. Danach wurden die letzten Weiselzellen auf den anderen Rähmchen ausgebrochen, damit der Sammelbrutableger wiederum in Weiselunruhe gerät und die später zugesetzen Zuchtlarven sofort annimmt. Danach warteten wir auf die Edelzellen....

Unser Imkerkollege, der um 16 Uhr bei Herrn Klomann die bestellten 200 Zellen abholen wollte, hat uns gegen 17.30 Uhr telefonisch informiert, dass es ein Problem geben wird. Die Teilnehmer konnten jedoch so kurzfristig nicht mehr individuell auf den Lieferengpass der Mutterstation Heilbronn reagieren um aus eigenen ausgewählten Völkern Zuchtstoff zu beschaffen. So wurde aus einem Volk von Andreas Braun Ersatzzuchtstoff beschafft und damit die vorbereiteten Zuchtrahmen aufgefüllt. Was ursprünglich als Versuch und Umlarvübung für die Teilnehmer vorgesehen war, diente nun als Notlösung, denn die Bildung der Sammelbrutableger ist für einige Teilnehmer (Neuimker aus 2016, Imker mit geringem Völkerbestand) schon ein großer Aufwand und die geplante Königinnenvermehrung somit als Sicherung des Völkerbestandes für 2018 anzusehen.


Weitere Bilder sowie diese in mehreren Vergrößerungen in unserer Bildergalerie


An alle Beteiligten,

es tut mir leid, aber der Terminplan für die Königinnenzucht muss verändert werden !!! Herr Klomann hat soeben mitgeteilt, dass unser Zuchtplan um einen Tag verschoben werden muss, weil die Larven noch nicht geschlüpft sind. Heute (Freitag, 19.Mai) findet auf der Bienenwiese nichts statt!!! Die gestern übrig gelassene Zelle und die frische Brut bleiben bis morgen in den Pflegevölkern. Wir treffen uns morgen (Samstag, 20.05.2017) um 17.30 Uhr auf der Bienenwiese, brechen die letzte Zelle und entnehmen die frische Brut. A. kommt mit den Edellarven dann gegen 18.30 Uhr.
Der weitere Terminplan verschiebt sich dann selbstverständlich um einen Tag. Der Terminplan wurde aktuallisiert.

Brechen der Nachschaffungszellen - Donnerstag, 18.Mai 2017

Den heutigen Termin hat Andreas wieder gut vorbereitet, Milchsäure, Leerzargen, Rähmchenhalter und Smoker standen schon bereit, als wir angekommen sind. Die ersten Plegevölker wurden gemeinsam durchgesehen bzw. die Nachschaffungszellen gebrochen, bevor die restlichen Teilnehmer Ihre Pflegevölker unter Anleitung von Andreas und Jörg Kübler nach Nachschaffungszellen untersuchten.
Das Vorgehen war einfach - zum Teil wurde mit einem neuen Boden und Königinnenabsperrgitter gearbeitet, zum Teil mit dem bestehenden Material. Bei bestehendem Material wurde zunächst die Brutraumzarge abgehoben und auf den umgedrehten Innendeckel gestellt. Auf den leeren Boden mit Königinnengitter wurde eine Leerzarge aufgesetzt, in welche 9 Futterrähmchen (teilvoll) eingesetzt wurden, das 10.Futterrähmchen wurde Brutraumzarge entnommen und umgehängt. Auf die unterste Zarge wurde dann eine Leerzarge aufgesetzt, an welcher außen der Rähmchenhalter befestigt wurde.


Das erste Rähmchen, das nun in die Zarge eingesetzt wird, ist ein Bruträhmchen mit frischer Brut, das vor wenigen Stunden aus einem brütenden Volk ohne ansitzende Bienen entnommen wurde. Dieses wird in die obere neue Brutraumzarge links eingesetzt. Damit werden die Bienen, die seit wenigen Tagen das Füttern verlernt haben wieder in Stimmung gebracht, Brut zu pflegen und Futtersaft zu produzieren, denn morgen kommen frische Königinnenzellen, die sofort mit Gelee Royal gefüttert werden wollen.
Aus der ehemaligen Brutraumzarge, die derzeit neben der neuen Zarge steht, wurden danach einzeln die Rähmchen gezogen, kurz mit Milchsäure eingesprüht und die ansitzenden Bienen in die Leerzarge abgestoßen. Aufgrund der Milchsäurebesprühung gab es kaum Bienenflug und ruhiges Arbeiten war möglich. Die erste Wabe mit schönen Nachschaffungszellen wurde in den Rähmchenhalter neben der Leerzarge gehängt. Diese Zellen werden erst morgen gebrochen, dass der Sammelbrutableger nicht sofort wieder in Weiselunruhe gerät. Die Wabe wird als letzte an den Rand eingehängt. Nun wird Wabe für Wabe aus dem ehemaligen Brutraum gezogen, die ansitzenden Bienen kurz mit Milchsäure besprüht, in die Leerzarge abgestoßen und alle Nachschaffungszellen sorgsam gebrochen (sauberes genaues Arbeiten ist hier nötig). Zuletzt wird dann die Wabe mit den verbleibenden Weiselzellen, die eben erst morgen kurz vor dem Zusetzen der Edellarven gebrochen werden, zugehängt. Deckel drauf, fertig.


Weitere Bilder in unserer Bildergalerie


Aufstellung der Pflegevölker - Mittwoch 10.Mai 2017

Am 10. Mai haben wir bei gutem Wetter und erstmals wieder freundlichen Temperaturen unsere Pflegevölker auf der Bienenwiese in Eschenau aufstellen können. Die Neuimker des kleinen Neuimkerkurses - den Kurt Klappenecker dieses Jahr ausser der Reihe durchführt - sind diese Woche in den Raps abgewandert. Die Resttracht reicht derzeit für die Pflegevölker aus, dass nicht direkt zugefüttert werden muss.
Andreas Braun

Weitere Bilder in unserer Bildergalerie

Absprache letzter Details zum Kurs am 6.4.2017 um 18.00 Uhr

Der Detailplan (siehe links) wurde nochmals durchgesprochen. Aufgrund der Abhängigkeit der Zuchtstoffausgabe können sich noch terminliche Änderungen ergeben. Andreas hat nochmals die Zusammenstellung der Pflegevölker genau erklärt. Die Teilnehmer haben alle Bienenvölker, deren Honigraum mit Absperrgitter vom Brutraum abgetrennt ist. Dies ist wichtig. Am 09.Mai wird der Honigraum der Brutzellenspendervölker abgenommen und beiseite gestellt. Anschliessend wird das Absperrgitter abgenommen und der Brutraum nach geeigneten Brutwaben durchgesehen. Geeignete Brutbretter werden dann vollständig abgekehrt und neben die Beute gestellt. Der Brutraum wird wieder mit leeren Mittelwänden ergänzt.
Das Absperrgitter wird wieder aufgelegt und der Honigraum wieder aufgesetzt. Die entnommenen Brutwaben kommen nun mittig in den Honigraum und verbleiben dort bis zum nächsten Tag. Am 10.Mai wird die Brutwabe mit möglichst viel aufsitzenden Jungbienen aus dem Honigraum entnommen und in die Transport- bzw. Sammelbrutablegerzarge umgesetzt. Ggf. werden weitere Bienen aus dem Honigraum in den Sammelbrutableger zugekehrt. Die Brutwaben sollten möglichst keine Drohnenzellen aufweisen, da schlüpfende Drohnen sonst eingesperrt werden (s.u.)
Der Sammelbrutableger bzw. die einzelnen Waben der Teilnehmer werden direkt auf die Bienenwiese gebracht und dort zu einem Sammelbrutableger vereint.
In die Beute wird eingehängt:
  • Eine Futterwabe (bitte markieren)
  • Eine Pollenwabe (bitte markieren)
  • Sieben Brutwaben mit verdeckelter Brut
  • Eine Brutwabe mit offener Brut (bitte markieren)
Bitte Beachten: Es wird zur Unterlage für die Sammelbrutableger eine oder zwei Paletten benötigt, die auf der Wiese mit Unterleghölzern "ins Wasser" gestellt werden müssen. Die Unterlagen besorgt der Kursteilnehmer selber.
Die Beute des Sammelbrutablegers weist im Gegensatz zu früheren Kursen oder zur Beschreibung in anderen Anleitungen eine Besonderheit auf: Das Flugloch des Sammelbrutablegers wird mit einem Absperrgitter gesichert oder in den Boden oder unter die Zarge kommt ein Königinnenabsperrgitter (ASG) zur Sicherung, dass dem Sammelbrutableger (SBA) keine Königinnenprinzessin zufliegt.

Dies ist Einfach folgendermaßen möglich
Auf einen Standardgitterboden wird ein ASG-Rahmen aufgelegt. Im Gitterboden wird ein Ansteckflugbrett auf der Bienenwiese eingesetzt und das Flugloch den Anforderungen entsprechen eingeengt.
  Auf den ASG-Rahmen wird das Standard-Absperrgitter aufgelegt. Von unten ist nun weder Drohnen- noch Königinnenzuflug in den Sammelbrutableger möglich. Schlüpfende Drohnen im Sammelbrutableger sind jedoch eingesperrt. Da jedoch in 8 Tagen bereits der SBA durchgesehen wird, können hier Drohnen erstmals entweichen.
Über dem ASG wird nun die Zarge des Sammelbrutablegers aufgestellt und standardmäßig verschlossen

Nach aktuellem Zeitplan werden dann am Donnerstag, 18.Mai ab 18 Uhr die entstanden Weiselzellen gebrochen (Zeitplanänderungen vorbehalten). Auch dieser Arbeitsschritt erfolgt wie im Arbeitsplan links dargestellt etwas anders als in der Standardliteratur angegeben.
Folgende Vorgehensweise erscheint am einfachsten
Der Sammelbrutableger wird auf der Palette zur Seite geschoben, an den ursprünglichen Platz kommt ein neuer Gitterboden, wieder mit einem ASG-Rahmen versehen und einen neuen Absperrgitter ausgestattet. Auf dieses Absperrgitter wird eine Zarge mit neun Futterwaben (möglichst halb voll) aufgesetzt. Die Futterwaben kommen bei uns nicht wie in der Standardliteratur angegeben über den Zuchtrahmen, sondern drunter. Der Sammelbrutableger wird geöffnet und zuerst die markierte Futterwabe gezogen.
Nun werden die Bienen auf der Futterwabe mit Milchsäure behandelt. Milchsäure stellt Andreas, allerdings sollten zusätzliche Sprühflaschen zur parallelen Bearbeitung mehrerer Volker mitgebracht werden. Die Futterwabe wird in die neue Beute mit den 9 Futterwaben abgekehrt und zur Sicherheit auf Weiselzellen untersucht. Hier dürfte allerdings keine Weiselzelle zu finden sein, wenn die Futterwabe nicht aus einen Volk stammt, das diese zuletzt noch bebrütet haben sollte.
Diese Futterwabe wird dann in die Zarge mit den neun Futterwaben umgehängt.
Nun wird hier eine Leerzarge aufgesetzt. Anschliessend wird die Pollenwabe aus dem Sammelbrutableger gezogen, die aufsitzenden Bienen mit MS behandelt und in die Leerzarge abgekehrt. Hier könnte eine Weiselzelle entstanden sein, da diese i.d.R. aus einem Brutraum eines brütenden Volk entnommen wurde. Weiselzellen müssen sorgfältig alle gebrochen werden.
Nun wird die erste Brutwabe aus dem Sammelbrutableger gezogen, mit Milchsäure eingesprüht und die Bienen vollständig in die Leerzarge abgekehrt. Anschliessend erfolgt wieder das Brechen aller vorhandenen Weiselzellen (Sorgfalt).
Nun folgt die Wabe mit der ehemaligen frischen Brut (markierte Wabe). Diese Wabe wird gezogen, mit MS eingesprüht und abgekehrt. Auf dieser Wabe werden jedoch nicht alle gebrochen, eine Schwarmzelle sollte erhalten bleiben. Die geprüfte Wabe mit einer Restschwarmzelle wird in die neue Zarge umgehängt. Dies soll bewirken, dass keine Weiselunruhe zu früh entsteht.
Zum Abschluss werden die verbleibenden Waben nacheinander gezogen, mit MS eingesprüht, in die Leerzarge abgekehrt und alle existierenden Schwarmzellen gebrochen.
Zum Abschluss befinden sich jetzt 19 Waben in zwei Zargen am alten Platz des Sammelbrutablegers. Der Sammelbrutableger hat nur noch eine Weiselzelle auf einer markierten Wabe.

Dem Sammelbrutableger wird nun nochmals eine frische Brutwabe mit möglicht frischer offener Brut (ohne ansitzende Bienen) zugehängt (am Tag bevor die Königinnenzellen kommen). Dies bewirkt, dass die Bienen die Gelee Royal-Produktion wieder hochfahren, da sie die letzten 7 Tage keine offene Brut gepflegt haben. Somit sind die Bienen auf die kommenden Königinnenzellen bestens vorbereitet. Allerdings wird diese Wabe beim zusetzen des Zuchstoffes wieder entfernt. Dise Wabe bleibt also nur einen Tag im Sammelbrutableger und wird am nächsten Tag durch den Zuchtrahmen getauscht (mittig in der oberen Zarge einhängen)
Vorbereiten der Weiselnäpfchen für die Zuchtlarfen: Entsprechend der Anzahl der auf dem eigenen Zuchtrahmen befestigten Halter werden Weilenäßfchen in Weiselnapfhalterungen gesteckt in einem Honigglas eingesammelt. Im Glas sollte unten ein Küchenpapiertuch eingelegt werden, das dann angefeuchtet wird, sobald die Larven umgesetzt wurden.
Am nächsten Tag kommen die Zuchtlarven von der Mutterstation... Die Königinnenzüchter bereiten ab 18 Uhr die Pflegevölker vor. Zunächst wird die Wabe mit der letzten verbliebenen Weiselzelle gezogen und diese ebenfalls gebrochen. Nun ensteht im Pflegevolk die gewünschte Weiselunruhe. Dass nun nicht aus der gestern zugehängten Frischbrut neue Weiselzellen gezogen werden, wird auch diese Wabe wieder entnommen, abgekehrt und beiseitegestellt. Diese Wabe kommt zurück in das Ursprungsbienenvolk.

Die angelieferten Weiselnäpfchen (Abholung bei Herrn Klomann erfolgt in zwei Etappen) werden auf die Zuchtrahmen (Sockel) aufgesteckt, kontrolliert und dem Pflegevolk mittig in der oberen Zarge zugehängt.


Nun werden die neuen Königinnen angezogen. Weitere Detail später. Nach Abschluss der Königinnenzucht wird jede Königin (Prinzessin) in ein Begattungsvolk überführt und am Begattungsplatz (eigener Bienenstand oder andere Bienenwiese) aufgestellt. Hierzu gilt es ausreichend Material vorzubereiten.
Überführung der Begattungsvölker in 4er-Böden: Viererböden eignen sich als Begattungseinheiten, allerdings wird der Raum nach Beginn der Eiablage der Königin recht schnell zu klein, so dass diese dann wiederum in andere Einheiten umgesetzt werden müssen. Vorteil der 4er-Böden ist jedoch, dass diese Einheiten sich gegenseitig trotz Schieg gut wärmen und bei einer Fehlbegattung der Nachbarschied gezogen werden kann

Alternative für den 4er-Boden sind 3er-Böden (Dreierböden). Weitere Bilder in unserer Bildergalerie
Dreierböden nehmen drei Einheiten a 3 Zanderwaben auf. Bei drei Brutwaben ist Platz genug, um ggf. auch einen Einwabenfütterer zu Beginn in der Einheit einzuhängen.
2-er Böden bzw. Beutenteiler ermöglichen die Nutzung des Standardbodens mit einer Trenneinheit, die auch entsprechende Fluglochverkleinerer beinhaltet. Hier weitere Details in unserer Bildergalerie.
Ablegerkästen und Minipluseinheiten

Minipluskästen sind bei Königinnenzüchtern beliebt. Die Kästen sind klein und handlich. Zahlreiche Anleitungen wie die Anleitung der Buckfastimker zeigen die Verwendung. Details folgen


Einführung und Theorie

Einführungstreffen und Theorie am 16.03.2017, 18:00 Uhr , Kursleiter Andreas Braun

Am 16.03.2016 trafen sich erstmals die Teilnehmer des Königinnenzuchtkurses 2017 zur ersten Theoriestunde und zur Absprache der Termine. Der Terminplan für die Königinnenzucht, der beim ersten Treffen als Beispiel verteilt wurde, ist nicht mehr gültig. In der Anlage (siehe links) finden Sie einen aktualisierten Terminplan.
Andreas Braun konnte in der Zwischenzeit den Umlarvtermin Freitag 19.05.2017 mit dem Betreuer der Mutterstation Herrn Klomann aus Heilbronn-Frankenbach vereinbaren. Herr Klomann wird die Zuchtkönigin voraussichtlich Ende April erhalten, so dass der vereinbarte Termin relativ sicher sein dürfte. Trotzdem sei nochmals darauf hinweisen, dass sich immer noch Änderungen ergeben können und wir erst Anfang Mai den exakten Ablauf festlegen können.
Falls Sie bereits vor dem nächsten Treffen Fragen haben, dann dürft ihr euch gerne melden.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Braun



Bisherige Königinnenzuchtkurse des Imkervereins Weinsberg

Der letzte Königinnenzuchtkurs fand 2014 statt, ebenfalls angeleitet durch unseren Zuchtwart Andreas Braun. (siehe Bilder in unserer Bildergalerie).

Vom 18.04. bis 06.06.2012 fand ein Königinnenzuchtkurs unter Leitung von Imker Roland Klomann, Bienensachverständiger und Betreuer der Mutterstation WK3 in Heilbronn, in unserem Imkerverein statt.