Schulung 2014,
Referent: Ulrich Schaible-März

Erstmalig am 2.Oktober 2014 bot der Imkerverein einen Vortrag zum Thema Wachsaufarbeitung und Wachsverarbeitung an. Der Referent Ulrich Schaible-März aus Eislingen hat uns zunächst die gesamte Theorie der Wachsgewinnung, Entseuchung und Aufarbeitung in einem kurzweiligen Vortrag nahegebracht. Anschließend hatten wir Gelegenheit, Mittelwände mit der Gaze-Mittelwandpresse herzustellen und auch diverse Kerzen zu gießen.

Im Vortrag wurde zuerst die Wachgewinnung mittels Dampf- oder Sonnenwachsschmelzer erklärt. Danach muss das ausgeschmolzene Wachs von Verunreinigungen befreit werden. Sauberes Eigenwachs ist die Grundlage für gesunde Völker und qualitativ hochwertigen Honig. So wurde den Vereinsmitgliedern die Problematik der Rückstände von Varroa-Behandlungsmitteln, Pestiziden und Krankheitserregern erläutert und die Möglichkeit gezeigt, sein eigenes Wachs zu entseuchen.
Die Entseuchung basiert zunächst auf der Trennung von Frisch- und Altwachs. Frisches Wachs fällt bei dem Schmelzen von Drohnenrähmchen, durch separate Sammlung des hochwertigen Verdeckelungswachs und durch Einschmelzen von überzähligen Honigwaben an. Altwachs wird aus alten Brutwaben gewonnen.

Die Reinigung des Wachses geschieht dann durch mehrmaliges Einschmelzen und Kochen mit Regenwasser, sieben durch einen alten Damenstrumpf und langsames Erkalten in einem Eimer, der in einer Styroporbox eingepackt wird. Durch die langsame Abkühlung trennt sich das Wachs von Schwebteilchen und Schmutz.
Das Wachs kann anschließend ohne größeren Aufwand aufbereitet und wieder zu Mittelwänden verarbeitet werden. Dies wird entweder in einer Mittelwandpresse oder inzwischen auch bei Kleinmengen ab 30 Kilogramm durch Mittelwandhersteller wie Fa. Dehner in Blaufelden durchgeführt.
Wachs, das aus den Bruträumen entnommen wird, sollte aufgrund seiner Belastung nicht mehr zu Mittelwänden verarbeitet werden, sondern besser als Kerzenwachs verarbeitet werden. Ulrich Schaible-März zeigte uns eine kleine Auswahl seiner Siliconformen. In die Silikongießformen wird zunächst der Docht eingeführt und dann mit flüssigem Wachs gefüllt.

Themen des Kurses

  • Wachserzeugung u. -verwendung
  • Eigenschaften und Qualität von Wachs
  • Umwelteinflüsse auf das Bienenvolk
  • Verteilung von Schadstoffen
  • Wachs- und Honigqualität
  • modernes Wachsmanagement
  • Wabenlagerung
  • eigener Wachskreislauf
  • biologische Varroabekämpfungsmittel
  • praktischen Demonstrationen von Wachsschmelzern.