Imker BV Weinsberg| Volksbegehren Rettet die Bienen

Sehr geehrte Leser,

das Wichtigste zuerst: auf dieser Seite finden Sie hoffentlich neutral und ausgewogen zusammengestellte Informationen zum geplanten Volksbegehren "Rettet die Bienen". Die Imkerverbände unterstützen das Volksbegehren nicht. Die Aussagen auf dieser Seite spiegeln nicht die Meinung des Imkervereins Weinsberg oder des Vorstandes oder aller Mitglieder wieder.

Jedes Vereinsmitglied und jeder stimmberechtigte Bürger möchte sich bitte selbst ein Bild machen und sich neutral und unbeeinflusst von den nachfolgenden Informationen eine Meinung bilden und selbst entscheiden, ob er für das Volksbegehren seine Unterschrift leistet.


Das nächste Volksbegehren in Baden-Württemberg....

beginnt am 24.September 2019 damit, die für das eigentliche Volksbegehren

volksbegehren-artenschutz.de notwendigen 770.000 Unterschriften zu sammeln. Dafür werden sechs Monate angesetzt. Ab 18. Oktober werden zudem in allen Rathäusern des Landes Eintragungslisten ausliegen. Ein Volksbegehren ist Basisdemokratie pur, ein hohes Gut in unserer Demokratie. Die letzte ähnliche Abstimmung wurde zu "Stuttgart 21" durchgeführt. Richtig: Volksbegehren gibt es viel zu wenige!

Hier der Link auf die Hauptseite https://volksbegehren-artenschutz.de/

________________________ FAKTENCHECK _________________________

Sie finden nachfolgend sehr viele Informationen zum Volksbegehren "Rettet die Bienen". Was wir Ihnen aber noch nicht präsentieren können ist eine bessere Lösung des Problems. Sollten Sie anderswo eine bessere Lösung als durch das Volksbegehren vorgeschlagen finden, freuen wir uns über Ihre Mitteilung.



Fakten, Faktencheck, Zusatzinformationen

Immer brandaktuell.... Stand 10.10.2019 ....

Bauern stellen Volksantrag
Weitere Bundesländer und EU ziehen nach
"Wir machen kein Volksbegehren, damit sich nichts ändert"
  • Dieses Volksbegehren wird nicht durchgeführt, weil alles im Lot ist und "wir" mit den Ergebnissen und der Leistung der Politik zufrieden sind, sondern weil "es" auf anderem Wege nicht zu Ergebnissen kommt. Der Klimaschutzprogramm 2019 hat es gezeigt, manchmal muss mal der Bürger rann....

    Die Gegner machen Druck mit einer Angstkampagne und "dem Vorwurf: Die Grünen plappern "Panikmache" nach "Da wird nur nachgeplappert, was von Bauernverbänden als Panikmache verbreitet wird", so Enssle. Es sei erstaunlich, dass ein Volksbegehren wegen eines möglicherweise zu hohen Verwaltungsaufwandes so heftig angegangen werde. Man sei aber bereit, über Auslegungsfragen zu diskutieren. Ähnlich wie in Bayern könne man das an einem Runden Tisch klären."

Grüne Kreuze gegen Volksbegehren "Rettet die Bienen"

Landwirte üben Kritik an den Forderungen - mit einem sehr auffallenden Symbol, das Sie vielleicht schon am Wegesrand gesehen haben.

Video ansehen: Grüne Kreuze gegen "Rettet die Biene"



...... doch eigentlich gehts bei den Kreuzen um etwas anderes... BauerWilli klärt auf
Wer ist gegen das Volksbegehren
  • Die Hauptkritik kommt derzeit von den Bauernverbänden, die mit der Existenzgefährdung kleinerer Betriebe argumentiert jedoch sind es bisher gerade die zahlreichen Kleinbetriebe auch in unserer Region, die sich durch Bio, Bioland, Demeter oder anderer Zertifizierer im hart umkämpften Agrarmarkt eine Existenznische geschaffen haben um überhaupt noch existieren zu können.

    Doch nicht einmal die Bauernverbände fordern derzeit, dass ihre Mitglieder den Preis für Ihre Produkte bezahlt bekommen, der notwendig ist, um die Produktionskosten zu decken. Solange wir Verbraucher die Lebensmittelerzeuger nicht die Wertschätzung zeigen, die sie zur Erhaltung der Natur und zur Produktion unserer Nahrung benötigen, bleiben die Insekten das erste Glied in der Kette, das aussterben wird, bis es höhere Glieder in der Nahrungspyramide trifft, am Ende trifft es uns. Da hilft auch keine Änderung des Naturschutzgesetztes.

Flächendeckendes Pestizitverbot?
  • Die zweite Kritik die oft gelesen wird ist, dass in Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten künftig der Pestiziteinsatz grundsätzlich verboten sein soll. Mit entsprechenden Ertragseinbußen und Missernten wird hier gerne argumentiert. In unserem Vereinsgebiet haben wir hiervon mehrere Gebiete, die als Landschaftsschutzgebiete gelten.
    Als Landschaftsschutzgebiet gilt hier das obere Sulmtal der Gemeinden Löwenstein/Obersulm, das Brühl- und Stadtseetal, der Galgenberg - Schweinsberg - Staufenberg, Stiftsberg - Wartberg, Burgberg mit "Weibertreu" und auch Spiegelberger Lautertal mit Nebentälern und angrenzenden Gebieten. Eine entsprechende Karte finden Sie hier

Wichtiger Baustein der Agrarpolitik
  • Die Ziele der Initiative "Rettet die Biene" ist ein wichtiger Baustein in der künftig geänderten Agrarpolitik der EU bzw. auch derer in Deutschland. Künftig werden konventionell arbeitende Großbetriebe nicht mehr so stark von EU-Zuschüssen profitieren können. Ökologisch wirtschaftende Kleinbetriebe dagegen sollen von der EU-Förderung stärker gefördert werden.
    Welche Förderungen im Rahmen der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik gezahlt wurden, können Sie nachlesen

Flächenverbrauch viel Existenzgefährdender
  • Ein weiterer wichtiger Faktor im Artenschutz ist auch, den Flächenverbrauch in Deutschland zu reduzieren. Derzeit werden in Deutschland täglich etwa 80 ha Land pro Tag durch Wohnsiedlungen, Straßenbau und Industrie versiegelt und bebaut. Dieser Flächenverbrauch ( Siehe Umweltbundesamt) gefährdet die landwirtschaftlichen Kleinbetriebe weit mehr als die durch die Initiative "Rettet die Bienen" zu erwartenden Auswirkungen. Die Missernten der letzten 10 Jahre, die wie der Westwind jedes Jahr in unterschiedlichen Bereichen der Landwirtschaft durch Frost zur Blütezeit, zu wenig Regen während der Wachstumsphase, zu viel Regen oder Sturm während der Erntezeit sind in keiner Form kalkulier- und versicherbar. Bei allen diesen Ereignissen gab es entsprechende Ausgleichszahlungen.

Hausbesitzer gefährden Insekten noch stärker
  • Bei der Betrachtung der Auswirkungen wird aber eine wichtige Zielgruppe in unserer dicht bebauten Kulturlandschaft oft übersehen, die auch in unserem Fokus stehen sollte, Kleingärtner und Haus-und Gartenbesitzer. Unser Apell zur Unterstützung des Volksbegehrens richtet sich auch an die privaten Haushalte, auf Pestizide und Herbizide im Garten zu verzichten und bei Befall auf unempfindliche Alternativpflanzen zu wechseln. Im kleingärtnerischen Obst- und Gemüseanbau wird oft sehr auf gesunde Erzeugung geachtet, doch im Zierpflanzenbereich kommen viel zu viele Herbizide im privaten Bereich zum Einsatz.

Was können wir tun
  • Wir könnten endlich verstehen, dass der Mensch ohne die Natur nicht überleben wird.

Bauernverband und Landesregierung können es besser
  • Das Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT) ist ein weiterer Baustein in der Agrarförderung, der in Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftsverbänden aufgelegt wurde. Die Massnahmen sind jedoch aus ökologischer Sicht eine Mogelpackung für den Artenschutz und eine Mogelpackung für uns Verbraucher. Es kommen nur einjährige Saaten zum Einsatz, die Einsaat erfolgt nach intensiver Bodenbearbeitung im Herbst, bei der alle bodenbrütenden Insekten im Boden abgetötet werden, die "Ernte" erfolgt dann vor dem nächsten Winter, d.h. alle bodenbrütenden Insekten werden abermals vernichtet und auch alle in den Stängel der Pflanzen brütenden Arten kommen beim Untermulchen ums Leben. Die "Erfindung" der Politik und der Landwirtschaftsverbände bringt also nichts für den Artenschutz.

Streuobstwiesenkonzept des Landes ist nicht ausreichend
  • Das Land Baden-Württemberg fördert bereits Streuobstwiesen. Diese Förderung ist nicht ausreichend. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass Streuobstbestände seit vielen Jahren nicht mehr gerodet werden dürfen. Nach einer Neuanlage gibt es zahlreiche Auflagen zu beachten. Die meisten Anlagen haben Grössen unter 20 Ar, oftmals durch Erbe mehrfach geteilt. Für die vielen kleinen Baumstücke lohnt weder eine Biozertifizierung noch die Antragsstellung von Fördermaßnahmen. All dies ist für den Nebenerwerb ungeeignet und unnötig kompliziert. Zudem muss oft das Mahtgut der Wiesen- und Schnittgut der Bäume der Wiesen beim Recyclinghof kostenpflichtig entsorgt werden.
    Das Volksbegehren bringt hier für dir Besitzer der Streuobstwiesen keine Vorteile und trägt auch nicht dazu bei, dass diese in der nächsten Generation weiter bewirtschaftet werden.
    Die derzeitigen Förderprogramme für den Baumschnitt sind an zuviel Bedingungen gebunden, die Förderungen nach DE-Minimis nur bei Biozertifizierung anzuwenden.

Die Gesetzesänderung ist ausreichend

  • Die Änderungungsvorschläge sind ausreichend und dem Aufwand hierfür angepasst? Man hat an alles gedacht. Aber selbst bei grober Betrachtung fehlen Konzepte für Wald- und Forstwirtschaft, Weinbau, Obstbau und viele andere Bereiche. Bei dem Aufwand, der hier betrieben wird, sollte mehr bedacht werden und die jetzt begonnene Diskussion in der Bevölkerung dazu dienen können, weitere Bereiche einzuschliessen und hierbei nicht den sozialen Frieden zu gefährden. Die Forderungen sind berechtigt, die Lösung aber unreif und das Tierwohl z.B. komplett ausgeklammert.

Pestizide sind auf Bienen getestet...
  • ... und doch oft als bienenungefährlich eingestuft. Diese Gifte sind doch harmlos für Bienen!

    Das sollte man vermuten, wenn es auf der Packung steht, doch haben diese Gifte nur den LD50-Test bestanden. Wie die Tests tatsächlich ablaufen und was unter "Bienenungefährlich" zu verstehen ist, lesen Sie im Link Quelle.

    Der Grenzwert - wenn nur 49% der Bienen den Test nicht überleben - ist Augenwischerei. Die Bekämpfungsempfehlungen zur Kirschessigfliege im Weinbau sind hier beispielgebend. Dass es neue Zulassungen anderer Mittel auch im Ökolandbau geben muss, zeigt Ökolandbau

Hier ist Platz für Sie
Wo können Sie sich bei uns noch informieren?
  • Besuchen Sie uns bei unseren Vorträgen.
    Sprechen Sie mit uns!
    Termine
  • Haben Sie konkrete Fragen, die Sie gerne vorab geklärt haben wollen?
    Schreiben Sie uns! Schreiben Sie an
    internet@imker-weinsbergertal.de
    Kontakt
  • Sind alle Fragen geklärt!
    Durchsuchen Sie unsere Homepage, es wird Sie bestimmt noch etwas interessieren!
    Zur Startseite